Donnerstag, 5. Juni 2008

David Hasselhoff, Karaoke und die Berliner Mauer

Es ist Sonntagmorgen (1.6.) und ich (Johanna) liege noch im Bett und schreibe einen neuen Post. Heute Nacht gab es ein unglaubliches Gewitter mit Unmengen Regen und Blitzen und Donner. Bei euch kehrt wahrscheinlich der Frühsommer ein, während es bei uns nachts mittlerweile an die 0°C-Grenze geht.

Zum Glück konnten wir vor einiger Zeit von Maggie in einen Bungalow (hier „Donga“ genannt) umziehen, der eine Klimaanlage mit Heizer hat. Ziemlich alt und langsam aber sie funktioniert. Der zweite Vorteil unserer neuen Behausung ist ein 2m langes und 1,50m breites Bett in das Sebastian nun auch seine Füße bekommt bei der Kälte nachts. Besonders gemütlich ist das Donga nicht. Es ist nicht ans Wasser angeschlossen, hat nur Neon-Licht und riecht immer ein bisschen nach Turnhalle, egal wie viel man lüftet. Aber wir sind ja nicht hier für Gemütlichkeit, gell?

Apropos Gemütlichkeit… die letzte Woche hatte arbeitsmäßig gesehen eine ganze Menge davon. Uns wurde nämlich vorletzte Woche mitgeteilt, dass die Geschäfte jetzt außerhalb der Saison schlechter laufen und dass Personalkosten zu sparen sind. Das hieß soviel wie: „Entweder drei Leute gehen oder alle können nur 30 Stunden in der Woche arbeiten.“ Leider haben sich daraufhin unsere Packpacker-Kollegen Chris, Jens und Ryuji entschieden nur noch zwei Wochen zu bleiben und dann die Farm zu verlassen um weiter zu reisen. Somit galt letzte Woche die Regel, dass jeder 40 Stunden arbeiten durfte. Wir haben also immer so gegen halb drei Feierabend gemacht und wussten gar nicht so genau was wir mit der vielen freien Zeit anfangen sollten. Sebastian hat dann Jens zum Glück Skat spielen beigebracht, damit wir uns die Zeit vertreiben konnten. Morgen ist hier in Western Australia ein Feiertag, so dass morgen frei ist und die anderen vier Tage der Woche nicht so entspannt sein werden.
An die Zeit danach will ich noch gar nicht denken… erstens glaube ich nicht, dass die ganze Arbeit mit drei Leuten weniger von den anderen in 50 Stunden pro Woche zu bewältigen sein wird und zweitens wird es hier wohl ganz schön einsam werden nach Feierabend, wenn nur wir zwei beiden übrig bleiben.

Eine klitzekleine gute Seite hat die ganze Geschichte jedoch auch. Greville und Alana haben angekündigt, dass wir Mädels dann die Harvest-Crew unterstützen müssen, weil die Männeranzahl ja von 8 auf 5 gesunken ist. Das heißt… die großen Traktoren fahren lernen für die Mädels! Letzte Woche hatte ich schon eine Übungsstunde auf einem unserer größten Traktoren (Massey Ferguson 5445) und Greville war ziemlich beeindruckt. Ich bin ja schon ein bisschen stolz. Zumal noch nicht mal alle Jungs diesen Traktor fahren durften.

Für den nächsten Freitag planen wir eine große Barbecue-Party zum Abschied. Es wird ne Menge Bier, Burger und vor allem Karaoke geben. Patrick und Kaylie werden ihre Karaoke-Anlage mit hierher bringen. Das wird bestimmt lustig.

Apropos Kaylie… (meine Überleitungen sind heute wirklich toll)… eine kleine Anekdote gibt es auch über sie zu berichten. Letztens haben wir uns über die Berliner Mauer unterhalten. Sie hatte darüber einen kleinen Dokumentationsausschnitt im Fernsehen gesehen. Als wir auf das Thema kamen, wer dafür verantwortlich war, dass die Mauer gefallen ist, suchte sich nach dem passenden Namen und nach einer Minute überlegen kam er: David Hasselhoff. Und das meinte sie ganz ernst. Ich war ziemlich baff.
Allerdings ist das hier auch kein Wunder, dass die Leute nicht wirklich eine Ahnung von der Welt außerhalb Australiens haben. Wir haben während unserer Hotelaufenthalte immer den Nachrichten-Sender gesehen und das Ausland tauchte dort eigentlich so gut wie nie auf. Bis auf Berichte über das Erdbeben in China und wenn in Kalifornien jemand von einem Hai gebissen wurde.

Das war im Groben erstmal das, was in den letzten Tagen so Spannendes passiert ist. Wir gewöhnen uns an das Klima und die Umwelt. Vor allem schreien wir nicht jedes Mal mehr laut auf, wenn Kängurus oder Emus am Straßenrand stehen. Was uns jedoch fast jede Nacht in Begeisterung versetzt sind die Sterne und vor allem der Mond. Man kann fast an jedem Sternenhimmel auf einen Blick die Milchstraße sehen und der Mond ist so hell, dass man lange Schatten auf den Fußboden wirft und keine Taschenlampe braucht wenn man nachts mal raus muss. Nur wenn ich nach der Dämmerung Auto fahre, irritiert er mich manchmal, weil ich wegen des starken Lichts immer im Rückspiegel nach einem nicht existenten Auto suche.

Es wäre schön, wenn ihr uns zu Abwechslung ein paar Sonnenstrahlen schicken könntet. Wir schicken im Austausch liebe Grüße nach Deutschland oder wo auch immer ihr beim Lesen dieses Blogs seid.

PS: Sind natürlich auch ein paar neue Fotos im „Farm-Fotoalbum“.

3 Kommentare:

claudschn hat gesagt…

Okee, jetzt muss ich es zugeben: Ich war früher mal im David-Hasselhoff-Fanclub.... da war er aber noch kein Alki... hehehehhe

Unknown hat gesagt…

lookong for Freedom, wie kann man daran zweifel das David das geschafft hat. den ersten Mauerdurchbruch hat er mit K.I.T. gemacht in der Bornholmer Straße, Arne war Augenzeuge, darf aber nicht darüber reden ;-)

gruß übers wasser. markus

Anonym hat gesagt…

*mal eine große portion sonne einpack und downunder schick*

allerdings ist es keine kalifornische sonne mit hasselhoff-garnitur, leider....

liebe grüße ans andere ende der welt

von lale