Samstag, 26. April 2008

Trecker fahrn!!!

So, jetzt haben wir die erste Fast-Woche auf der Farm hinter uns gebracht. Fast-Woche deshalb, weil der Freitag hier Nationalfeiertag (ANZAC Day… hat irgendwas mit dem ersten Weltkrieg zu tun) ist. Sebastian ist mit einem der anderen Backpacker hier in die nächste Siedlung gefahren um Pizza zu holen also hab ich ein bisschen Muße von unseren Erfahrungen zu berichten.

Sonntag kamen wir hier an und haben Maggie in den Trailerpark integriert, in dem die Backpacker-Arbeiter hier wohnen. Leider war für uns keiner der großen Wohnmobile frei, so dass wir weiter in Maggie wohnen müssen. Aber das wird sich wohl bald ändern.
Die Farm wird geleitet von einem netten neuseeländischen Paar, Greville und Alana, die in einem Haus auf der Farm wohnen. Der Arbeitstag beginnt hier für die Männer um 6 Uhr und für die Frauen (mich und eine holländische Backpackerin namens Pien) um 7 Uhr morgens. Feierabend ist um 16:30 Uhr. Ganz schön langer Tag…

Die Männer müssen morgens ernten. Das heißt, der Rasen wird mit einer großen Maschine in Streifen vom Boden abgeschnitten und in Rollenform gebracht. Diese Rollen werden dann von den starken Jungs auf Paletten gestapelt. Das ist wohl der härteste Teil der Arbeit. Je nach Erntelage dauert das bis ungefähr 10 Uhr morgens. Dann gibt’s erstmal Kaffee und danach werden die Maschinen werden sauber gemacht und gepflegt. Anschließend muss die geerntete Fläche vom Ausschuss gesäubert und so bearbeitet werden, dass dort wieder Gras wachsen kann. Ansonsten viel Traktor fahren, den Boden nach dem Mähen mit einer großen Maschine absaugen, Paletten reparieren und was halt so anfällt.

Die Mädels haben hauptsächlich die Aufgabe Rasen zu mähen und „weed-walks“ zu machen. „Weed-walks“ heißt, dass man über eine bestimmte Fläche von Rasen läuft und kleine Fähnchen in den Boden steckt, wo entweder Unkraut oder die falsche Grassorte wächst. Am nächsten Tag läuft man das Areal dann wieder ab und behandelt die Stellen mit den Fähnchen mit Chemikalien. Ansonsten habe ich diese Woche Regenrinnen lackiert, Rasenmäher gereinigt und geschmiert, ein bisschen beim Papierkram geholfen, Unkrautvernichter gemischt und solche Sachen. Der beste Job hier ist für mich Rasenmähen. Da sitzt man schön auf seinem Mäher, kurvt herum und kann Musik mit seinem iPod hören. Und anstrengend für den Körper ist es nicht. Ich hab solchen Muskelkater heute wie lange nicht mehr.

Nach Feierabend gehen alle nach und nach duschen, kochen sich was zu essen und dann sitzt man noch ein Stündchen in der Runde, bevor man so gegen halb acht in seine Behausung kriecht, um um acht schlafen zu gehen. Jaja… um acht gehen wir schlafen. Erstens wird es hier um halb sieben stockdunkel und kalt und zweitens ist man nach so einem 10-Stunden-Farmarbeitstag auch körperlich ziemlich k.o. Selbst wenn man schon ne Weile dabei ist, wie einige der Leute unter den Backpackern.

Jedenfalls macht die Arbeit Spaß, wir fühlen uns wohl und wir verdienen genug Geld um dann wieder weiter reisen zu können. Das ist toll.

Freitag, 18. April 2008

News from Quinns Rocks

Es ist Freitag und wir haben das kühle Wetter genutzt, um noch mal nach Perth City rein zu fahren und einige Dinge zu erledigen. Wie zum Beispiel unsere Steuernummer zu besorgen und unsere Post aus dem Hostel zu holen. Bei der Gelegenheit wollen wir nun noch einen letzten Post schreiben, bevor es am Sonntag auf die Farm geht.

Wir haben die Woche auf dem Campingplatz in Quinns Rocks mit seinen spektakulären Sonnenuntergängen (siehe neue Fotos im Perth-Fotoalbum) sehr genossen. Leider wird es langsam kühler und die Sonne geht immer früher unter (so gegen 18 Uhr). Mittwoch Nacht hatten wir ein dickes Gewitter und im Camper hat sich der Regen angehört als würden Kübel von Wasser über das Auto gekippt. Deswegen haben wir nicht allzu gut geschlafen. Und Donnerstag hat es den größten Teil des Tages geregnet. Aber so ist das nun mal im Herbst.

Die Tage haben wir verbracht indem wir Maggie auf unsere Besürfnisse umgerüstet und Spaziergänge am Strand gemacht haben. Mittwoch Abend kamen dann neue "Nachbarn" auf den Campingplatz - Thomas und Jocelyn aus Kanada. Mit ihnen haben wir einen schönen Abend unterm Zeltdach verbracht und unser Englisch praktiziert. Uns haben zwar manchmal die Vokabeln gefehlt aber für eine Abendunterhaltung scheints schon zu reichen.

Jetzt gehen wir gleich mal Maggie aus der Werkstatt holen, die leider auf dem linken vorderen Auge erblindet ist. Dann gehts ab zum Einkauf um unsere Essenvorräte für die Woche auf der Farm aufzurüsten. Ja und dann am Sonntag rein ins Ungewisse... Ab jetzt sind wir sozusagen offline. Wir werden uns bemühen am Wochenende immer ins Internet zu kommen, schon allein um eure lieben Kommentare zum Blog zu lesen.

Montag, 14. April 2008

News from Perth

Hallo ihr Lieben, es gibt Neuigkeiten, über die wir euch mal schnell informieren möchten. Wir waren gestern (Sonntag) auf der Grasfarm, die uns Daniela und Klaus empfohlen hatten und haben tatsächlich einen Job bekommen (also jeder einen). Die Farm liegt ca. 100 km nördlich von Perth im Gingin-Shire. Dort werden 4 Sorten Rasen angepflanzt und ca. alle 4 Monate in Form von Rollrasen geerntet. Sebastian wird hauptsächlich als Erntehelfer beschäftigt sein, sprich Traktor fahren und Rollrasen stapeln. Johanna wird immer schön über den Rasen laufen und gucken, ob er sortenrein ist und sonstige Arbeiten machen, die anfallen. Die Arbeitsverteilung ist wohl noch sehr geschlechterbezogen. Das heißt, die Jungs machen die körperlich schwereren Arbeiten und die Mädels die eher leichteren. Wir können dort am 21.4. anfangen.

Als wir auf dem Rückweg von der Farm nach Perth waren, haben wir zum ersten Mal wirklich erlebt, warum wohl alle von Australien so begeistert sind. Unglaublich weite Landschaften mit dunkelgrünen Bäumen auf roter Erde und ein Schwarm bunter Papageien darüber. Damit nicht genug machten wir einen Zwischenstopp in Quinn Rocks am Indischen Ozean und erlebten dort einen tollen Sonnenuntergang (siehe neue Fotos im „Perth“-Fotoalbum). Auf gut Glück haben wir auf dem örtliche Campingplatz gleich noch nach einem Stellplatz für diese Woche gefragt und tatsächlich einen bekommen (direkt am Strand). Ihr seht, alles läuft hier bestens für uns.

Leider werden unsere Berichte in der nächsten Zeit seltener werden. Erstens haben wir ja bald einen Arbeitalltag, bei dem nach der ersten Eingewöhnungsphase nicht täglich was Neues zu berichten ist. Und zweitens ist Australien, speziell außerhalb der Städte, mit Telekommunikation nicht so gesegnet, wie wir es aus China oder Deutschland gewohnt. Ist halt ein großes Land. Auf der Farm gibt es so gut wie kein Mobiltelefonnetz und Internet auch nur per Dial up für Geschäftliches. Wir geben uns aber Mühe, euch auf dem Laufenden zu halten.

Fotos von Maggie liefern wir Ende der Woche nach, sind noch nicht dazu gekommen, Fotos von ihr zu machen. Apropos Fotos…. Wir haben in unserem Blog die Fotogalerien auf der rechten Seite ein bisschen zusammengekürzt (Ladezeitverbesserung). Alle unsere bisherigen Fotos findet ihr aber in unserem Webalbum, dass ihr über den link unterhalb der Fotogalerien erreicht.

Sonntag, 13. April 2008

Welcome down under – Perth

Entgegen den normalerweise vorherrschenden Wetterverhältnissen regnete es in Perth in Strömen als wir am Montag spätabends auf dem Flughafen landeten. Ein kleiner Bus mit anderen Reisenden und anfangs gutgelauntem Busfahrer brachte uns dann unkompliziert zu unserem Hostel im Stadtteil Northbridge.
Im Aufenthaltsraum war ein Schlüssel für uns hinterlegt, da um diese Zeit (halb eins morgens) die Rezeption natürlich nicht mehr geöffnet war. Geschafft von 7 Stunden Flug ließen wir uns auch nur noch in die Betten sinken.

Am nächsten Morgen stürzten wir uns Hals über Kopf in die Organisation unseres Aufenthalts. Als erstes stand die Kontoeröffnung auf dem Programm. Zur Bank haben wir in wunderbarem Sonnenschein einen schönen Spaziergang gemacht und so unsere ersten „Tageslicht“-Eindrücke von Australien gesammelt. Das Kontoeröffnen dauerte dann ca. anderthalb Stunden, weil unsere Kundenberaterin Joanne alles sehr genau machte und nebenbei auch noch freundlich mit uns plauderte. Nachdem wir das erledigt hatten, sind wir in die City gelaufen. Dort besorgten wir uns noch neue SIM-Karten für unsere Handys, bevor wir das erste Auto besichtigten. Das gehörte Klaus und Daniela, einem netten deutschen Pärchen, deren Aufenthalt in Australien zu Ende ging.

Am Dienstag haben wir dann noch ein zweites Auto besichtigt, das uns aber nicht so gut gefiel wie das erste. Nach der Entscheidung, dass erstbesichtigte Auto zu kaufen, lagen wir zeitlich so gut im Plan, dass wir den Nachmittag im Park und mit Schlendern durch Perth verbrachten. In Perth leben ca. 1,3 Millionen Menschen, die sich auf eine große Fläche verteilen. Dementsprechend ist die Stadt nicht so voll mit Menschen. Die Australier hier sind durchgehend nett, aufgeschlossen und sehr hilfsbereit. Das hebt das Lebensgefühl schon enorm. Für uns gewöhnungsbedürftig sind die Ladenöffnungszeiten. Selbst in Downtown schließen die großen Supermärkte und Kaufhäuser um 17:30 Uhr. Da muss man sich beeilen mit dem Einkaufen. Aber nur so können die Australier nach Feierabend noch ein schönes Barbie (Barbeque) machen und sich schön entspannen. Allerdings ist hier vieles so teuer, dass wir sowieso nicht viel shoppen können. Zumindest Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, sind sehr teuer. Dafür gibt es in der Innenstadt drei kostenlose Buslinien, die im Abstand von ca. 10 Minuten ihre Runden drehen. Und es gibt viele schöne, grüne Parks hier, in denen man in der Sonne sitzen kann. Und endlich, endlich sehen wir wieder klaren und unglaublich blauen Himmel.

Donnerstag früh haben wir dann zusammen mit Klaus das Auto zur Werkstatt gebracht, um es durchchecken zu lassen. Mittags erfuhren wir, dass es einiges zu überholen und zu erneuern galt. Allerdings sollten sich die Kosten mit ca. 1000 $ (ca. 600 €) für die Reparatur im Rahmen halten. Schwerwiegende Mängel hatte das „old girl“, wie der Mechaniker das Auto nannte, nicht. Deshalb fiel in diesem Moment unsere Kaufentscheidung. Also sind wir mit Daniela und Klaus sofort das Auto ummelden gegangen und haben noch eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Leider konnten wir unser altes Mädchen erst am nächsten Tag zur ersten Fahrt nutzen, weil die Reparatur einen Tag dauern würde. Zu unserer Überraschung erhielten wir am Donnerstag schon ein halbes Jobangebot. Daniela und Klaus hatten uns von einer Rasenfarm 100 km nördlich von Perth erzählt, auf der immer Leute gebraucht werden und bei der wir uns am Dienstag beworben hatten. Vielleicht können wir dort ab Ende April arbeiten. Wir werden am Sonntag oder Montag mal vorbeifahren und uns das aus der Nähe anschauen.

Als wir am Freitag Nachmittag endlich unser Auto in Empfang nehmen konnten, waren wir aufgeregt, aber auch ein wenig erschüttert. Die Kosten für die Reparatur lagen nun bei knapp 2000 $, weil die meisten Reparaturen am 20 Jahre alten Van wohl nicht ganz einfach und dafür zeitintensiv waren. Nach dem Schock haben wir gleich eine Runde gedreht. An den Linksverkehr gewöhnt man sich als Autofahrer relativ schnell, erst recht, wenn Autos vor einem fahren, denen man einfach folgen kann. Als Fußgänger ist das scheinbar schwieriger. Wir schauen immer noch zuerst nach links und dann nach rechts, wenn wir eine Straße überqueren.

Samstag haben wir den Van ein wenig saubergemacht (war viel roter Sand drin), in zwei Baumärkten vergeblich versucht, Bretter für die Innenausstattung des Autos zuschneiden zu lassen (nein, es lag nicht an der Sprachbarriere) und bei Ikea Bettzeug sowie ein paar Verstauungskisten gekauft. Witzigerweise muss man sich im Ikea-Restaurant linksherum anstellen, nicht wie bei uns rechtsherum.
Einer „Tradition“ folgend haben wir am Abend unseren Van getauft: Margret Violett (kurz Maggie) soll unser „old girl“ von nun an heißen. Wir hoffen, dass sie uns zuverlässig durch Oz(tralien) trägt. Auch wenn Maggie keine Schönheitskönigin sein mag, so ist sie technisch trotz Baujahr 1988 in gutem Zustand. Stoßdämpfer und das Bremssystem haben wir überholen lassen. Der Motor hat neues Öl und ist noch ein Vergaser, hat also seine Eigenheiten, an die man sich aber schnell gewöhnen kann. Er läuft natürlich nicht so unkompliziert und uhrwerkgleich, wie moderne Einspritzmotoren. Aber gerade bei konstanten Geschwindigkeiten läuft er ruhig und macht nen guten Eindruck. Das Automatikgetriebe haben Klaus und Daniela komplett überholen lassen. Es schaltet butterweich. Rost findet man nur oberflächlich und nicht am Unterboden oder Fahrwerk (Die Aussies streuen halt kein Salz im Winter). Wir sind jetzt also „ready to go“ !!!

Donnerstag, 10. April 2008

Betonwüste Hongkong

Von Xiamen sind wir per Flugzeug wiederum bequem nach Hongkong gekommen. Wir flogen mit Cathay Pacific, was sehr angenehm war. Auch der Bustransfer vom Flughafen war äußerst entspannt und wir konnten auf der Fahrt bereits einige Eindrücke von der Sonderwirtschaftszone Chinas sammeln. Hongkong bezeichnet übrigens ein Gebiet, das aus mehren Städten besteht, die auf Inseln und Halbinseln verteilt sind. Die bekanntesten Städte sind Kowloon und Victoria City (Central).

In Kowloon befand sich unser Hostel. Bis jetzt waren unsere Hostels immer eigenständige Häuser gewesen. Das Travellers Friendship Hostel in Hongkong ist jedoch ein Teil der 8. Etage eines 17-stöckigen Wohnkomplexes (Mirador Mansion), der sich an der zentralen Straße von Kowloon (Nathan Road) befindet. Dass Wohnraum in Hongkong extrem knapp ist, bemerkten wir spätestens, als wir unser Zimmer betraten. Auf ca. 6 qm waren zwei Betten, ein Nachtschränkchen und eine kombinierte WC-Duschkabine untergebracht. Das Wort „Nasszelle“ bekommt hier eine ganz andere Bedeutung. Wenigstens hatten wir ein Fenster, was durchaus nicht Standard ist. Und das geschlossene Fenster schluckte diesmal auch den Schall von draußen, was in den anderen chinesischen Hostels nicht der Fall war.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten (viel auspacken konnten wir nicht), sind wir zur ersten Erkundungstour durch Kowloon aufgebrochen. Alles in Kowloon ist sehr dich bebaut. Grün findet man sehr selten, allenfalls auf dem Mittelstreifen der mehrspurigen Straßen oder klitzkleinen „Parks“ die zwischen mehreren solcher Straßen liegen. Die Einheimischen sprechen hier größtenteils Englisch as a second language… so wie wir. Hongkong insgesamt ist sehr sauber… kein Wunder: auf Spucken und Littering (Müll auf die Straße werfen) stehen empfindliche Geldstrafen. Die Straßen sind sehr westlich geprägt. Kleine Rollladen-Geschäfte, wie in den großen Festlandstädten Chinas, gibt es hier kaum. Stattdessen reiht sich ein Schaufenster an das Nächste. Zum Abschluss unserer Erkundungstour haben wir noch eine authentische Hongkonger Nudelsuppe gegessen… sehr lecker und nahrhaft!!! Danach waren wir mit vollen Bäuchen nur noch in der Lage, die „Nasszelle“ auzuprobieren und uns für die Nacht zu betten.

Der nächste Morgen begann mit Schrecken. Der Fussboden stand unter Wasser und die Fensterscheibe war komplett beschlagen. Als umweltbewusste Deutsche hatten wir trotz der hohen Luftfeuchtigkeit in diesen tropischen Gefilden die Klimaanlage über Nacht nicht laufen lassen, was in einer Betonwüste wie Kowloon fatal ist, weil sich die Stadt nachts nicht abkühlt und warmfeucht bleibt. Nunja… Lehrgeld bezahlt. In den darauffolgenden Nächten war unsere Klimaanlage an, wenn auch auf unterster Stufe.

Den zweiten Tag unseres Hongkong-Aufenthaltes nutzen wir für eine entspannte Hafenrundfahrt. Central (oftmals synonym verwendet für Victoria City, aber nur ein Teil davon) auf Hongkong Island haben wir uns zu Fuß angeschaut. Obwohl direkt auf der anderen Seite des Hafens gelegen, herrschte hier eine ganz andere Stimmung als in Kowloon. Es war nicht so voll, keine „Sir, wanna buy tailormade suit“-Inder waren weit und breit zu sehen und die Sonne schien. Nach einem kurzen Bummel zum Western Market mit seinen Stoff- und Souvenirläden, begaben wir uns zur Peak-Tram-Station. Der Victoria Peak ist die höchste Erhebung Hongkong Islands mit einem spektakulären Blick auf Hafen, Central und Kowloon. Die Straßenbahn brachte uns im 45°-Winkel hinauf. Aufgrund des großen Touristenandrangs mussten wir stehen und hatten Probleme stehen zu bleiben, vor allem als es später in diesem Winkel den Berg wieder hinab ging. Oben befinden sich mehrere Restaurants und Shops und eine Terrasse, von der aus man den Ausblick genießen und Fotos machen kann. Das Ganze ist ziemlich kommerziell, wie so ziemlich alles in Hongkong. Wir haben also schnell bei brütender Hitze unsere Fotos geschossen und sind mit der Tram wieder runter gefahren. Anschließend haben wir unsere Hafenrundfahrt fortgesetzt, was angesichts des Sonnenuntergangs eine sehr eindrucksvolle Erfahrung war. Nach einem ausgiebigen Abendessen in einem Restaurant, in dem sich Johanna aufgrund der extrem kaltgestellten Klimaanlage fast den Tod geholt hätte, haben wir den Tag beendet.

Am zweiten Tag entschieden wir uns für einen Ausflug nach Lantau-Island. Wir nahmen abermals den Weg übers Wasser. So konnten wir im Vorbeifahren von der Fähre aus den amerikanischen Flugzeugträger USS Nimitz bestaunen, der zwischen den Inseln von Hongkong vor Anker lag. Unsere Fähre landete in Discovery Bay, einem kleinen Örtchen, das komplett auf den Tourismus ausgerichtet und dementsprechend für uns steril und langweilig war. Deswegen nahmen wir sofort den Bus Richtung Tung Chung, wo wir den Giant Buddha besichtigen und mit der Seilbahn fahren wollten.
Der Blick aus der Seilbahn schien für unsere mitfahrende chinesische Klein-Familie gigantisch zu sein, da sie maschinengewehrartig mindestens 100 Fotos in allen Varianten schossen. Für uns war vor allem der Ausblick auf den neuen Flughafen interessant, für den extra ein Stück neues Land „gewonnen“ wurde.
Oben angekommen besichtigten wir mit vielen anderen Touristen den Giant Buddha, der wie das benachbarte Kloster perfekt von einem Neubaudörfchen samt Starbucks und McDonalds gesäumt war. Kommerz at it´s best in Hongkong.
Nach der Rückfahrt mit der Seilbahn nach Tung Chung entschieden wir uns für den Rückweg die U-Bahn zu nehmen, die uns nach Kowloon brachte. Allerdings war die U-Bahn-Station Teil einer hochmodernen, luxuriösen Wohnsiedlung nebst eigenem Einkaufszentrum (incl. Eisbahn) und eigener Grundschule, die so in sich geschlossen war, dass wir eine knappe Stunde brauchten, um den Weg in die „normale“ Stadt zurück zu finden. Flagschiff dieser Wohnsiedlung ist das Gebäude „The Arch“, welches in seinem unteren Teil das Einkaufszentrum beherbergt.
Auf dem Rückweg zu unserem Hostel haben wir uns Kowloon, inklusive des berühmten Temple-Nightmarket, noch ein bisschen näher angeschaut und sind ein letztes Mal authentisch chinesisch Essen gegangen.

Am Montag flogen wir dann nach Perth. Von hier aus gibt es bald einen neuen Bericht.

Freitag, 4. April 2008

Xiamen

Nun ist es Freitag (4.4.) 8 Uhr morgens. Ich kann nicht mehr schlafen, hab schon Wetterbericht geschaut und gefrühstückt, draußen regnets mal wieder, also schreib ich Blog. Wir wollen euch ja auch mal wissen lassen, dass wir auf der von uns geplanten Strecke nach Xiamen gekommen sind.

Am Montag haben wir also früh morgens beim Fährhafen angerufen und die frohe Botschaft erhalten, dass um 13 Uhr ein Schnellboot (also 4 h Fahrt) nach Shanghai geht. Diese Fähre haben wir dann genommen und wurden nach anderthalb Stunden an einer Kaimauer weit im Süden von Shanghai (wenn’s überhaupt noch zu Shanghai dazugehörte) abgesetzt. Weiter ging’s mit dem Bus bis in die Stadt. Von der Metrofahrt zum Bahnhof muss ich ausnahmsweise mal berichten. Die Bahn war natürlich am späten Nachmittag knüppeldickevoll. Und wir mit unseren großen Taschen… Nun ja, wir haben uns eben wie Chinesen einfach rücksichtslos in die Bahn gedrängelt. Und dann fährt man so in einer hochmodernen Metro durch Shanghai und an der nächsten Station steigt eine Oma ein mit einem lebenden Huhn inner Plastiktüte in der Hand! Und damit nicht genug. Sie wollte auch unbedingt in die Mitte des Waggons. Also hat sie einfach die Ellenbogen ausgefahren und hat sich durchgedrängelt. Wenn das Huhn diese Fahrt überlebt hat, sollte es mich wundern.

Nun gut, wir haben den Bahnhof und unser Gleis gefunden und sind um halb sieben in unseren Zug gestiegen. Auch hier gab es keine 2-Bett-Abteile, so dass wir gespannt waren, wer mit uns das Abteil teilen würde. Es stellte sich heraus, dass zwei junge chinesische Männer unsere Reisebegleitung sein würden. Der Zug hatte seine besten Tage definitiv schon hinter sich und nachdem ich das Klo gesehen hatte, beschloss ich, so wenig wie möglich zu trinken auf der 22-stündigen Fahrt, damit ich es nicht benutzen müsste. Nachdem wir unser Gepäck im Abteil verstaut hatten, haben wir uns erstmal in den Speisewagen begeben. Dort haben wir es mit Hilfe der Übersetzungen in unserem Reiseführer geschafft etwas zu Essen zu bestellen. Allerdings war die Gesellschaft kein Genuss. Um uns herum waren fast nur Männer, die nach Herzenslust rülpsten, rotzten, schnieften, spuckten und was weiß ich noch. Nun gut, 22 Stunden sind eine begrenzte Zeit, das hält man schon aus. Unsere Abteilgenossen waren in dieser Hinsicht auch sehr annehmbar. Um halb neun lagen sie in ihren Betten und schliefen. Die Nacht war ruhig und nachdem die beiden Chinesen am nächsten Morgen um 9 Uhr ausstiegen, hatten wir das Abteil sogar den ganzen Tag für uns allein.

Und ich muss sagen, ich bin froh, dass wir uns für die Fahrt mit dem Zug entschieden haben. Die Landschaft, durch die wir den ganzen Tag fuhren war unglaublich schön und das, was ich mir nach etlichen Reportagen unter „die Landschaft Chinas“ vorgestellt hatte. Der Zug führ den ganzen Tag durch ein Tal an einem großen Fluss entlang. Rundherum unglaublich grüne Berge mit Wäldern, Palmen, Bambushainen und Wasserfällen und an den Hängen der Berge die lang ersehnten Reis- und Teeterrassen. Sogar ein paar Wasserbüffel auf den Feldern haben wir gesehen. Leider zeigen die Fotos, die wir aus dem Zug gemacht haben, nicht wirklich die Schönheit der Landschaft, denn die Scheibe des verriegelten Fensters war sehr dreckig.

In Xiamen sind wir dann am Abend gut angekommen und haben nachdem wir unser Hostelzimmer bezogen hatten nur noch was gegessen und nichts mehr gemacht.

Mittwochmorgen erwartete uns dann erstmal ausgiebiger Regen. Xiamen hat schon tropisches Klima, was sich während unserer zwei Tage Aufenthalt leider mehr in Regen bzw. hoher Luftfeuchtigkeit und weniger in hohen Temperaturen bemerkbar gemacht hat. Nach unserem ausgiebigen Frühstück war der Regen jedoch größtenteils vorbei und es blieb lediglich eine Luftfeuchtigkeit von ungefähr 99 %. Man fühlt sich hier immer ein bisschen als würde man durch eine Waschküche laufen. Xiamen selbst ist sehr viel ruhiger als die übrigen von uns bereisten chinesischen Städte. Man hört hier selten eine Hupe (man sieht eher Lichthupen) und der Verkehr hält sich in angenehmen Grenzen.

Wir haben den Mittwoch genutzt, um einen Ausflug zu der kleinen Insel Gulangyu zu machen, die zwischen Xiamen und Taiwan liegt. Die Insel ist bis auf einige elektrisch betriebene Golf-Autos autofrei und die Architektur dort ist sehr europäisch. Wir fühlten uns ein bisschen wie im Urlaub in Spanien oder Portugal dort. Den ganzen Tag sind wir über die Insel gestreift und haben die Natur genossen. Abends waren wir nach einem Bummel durch die Einkaufsstraßen der Altstadt schön essen und haben dann per Skype mehr schlecht als recht mit der Heimat telefoniert.

Am Donnerstag verging der Regen leider erst gegen Mittag. Den Nachmittag haben wir mit einer fünfstündigen Abenteuer-Wanderung mit Kompass (die Karte im Flyerformat war doch nicht ganz genau) durch den sehr, sehr großen botanischen Garten von Xiamen verbracht. Da dieser in einem bergigen Gebiet liegt, taten mir danach die Waden und Knie so weh, dass wir den Abend faul auf dem Bett liegend verbracht haben.

Heute Mittag fliegen wir nun nach Hongkong. Dort sollen wir laut Wetterbericht vom Regen verschont bleiben und mit Temperaturen von 25 Grad verwöhnt werden. Schön wärs, ich hoffe drauf.