Heute gibt es endlich mal wieder ne Menge zu erzählen. Um alles gut im Blog unterzukriegen, werde ich es einfach mal der Reihe nach chronologisch versuchen.
Letzten Samstag (5.7.) waren wir mit Maggie unterwegs ins Einkaufszentrum als ich am Wegesrand aus den Augenwinkeln riesige weiße Blüten im Wald stehen sah. Aufm Rückweg hat Sebastian dann mal für mich angehalten, damit ich mir das aus der Nähe ansehen konnte. Und tatsächlich standen da mitten im Wald riesige Büsche von Pflanzen die unglaublich große, weiße, calla-ähnliche Blüten hatten. Mir blieb ja fast die Spucke weg vor Erstaunen, so schön waren sie. Nachdem ich zurück im Donga gleich mal in unserem Offline-Wikipedia recherchiert hatte, muss es sich wohl um Gymnostachys anceps handeln, die im östlichen Australien beheimatet ist. Am Montag habe ich gleich Kaylie davon erzählt und die meinte, für die Australier ist das Unkraut. Da kann man sich ja nur vorn Kopp hauen!
Nachdem das Wochenende sonst sehr ruhig verlief, überraschte uns Australien am Montagmorgen mit gefrorenem Rasen! Tatsächlich waren die Temperaturen während der Nacht unter 0°C gefallen, so dass eine dicke weiße Frostdecke das Gras bedeckte und die Blätter beim Laufen unter einem brachen.
Montagabend haben wir dann unsere Chefin überreden können, uns bei unserer leider fälligen ersten australischen Steuererklärung zu helfen. Das Steuerjahr geht hier von 1. Juli bis zum 30. Juni und man hat dann bis Ende Oktober Zeit seine Steuererklärung zu machen. Wir wollten das hinter uns bringen, solange wir noch fachkundige Hilfe von Alana hatten. Das elektronische Steuerprogramm, das wir benutzten, sagt einem am Ende des Ausfüllens auch, wie viel man zurückbekommt oder schuldet. Das Ergebnis hat uns dann jedoch aus den Socken gehauen… wir müssen $ 1.600 zurückzahlen!!! Auf unseren Lohnabrechnungen, die von der die Rechnungsabteilung der Basis-Farm erstellt wurden, wurde die Steuer immer falsch berechnet. Statt 29 Prozent, die wir hier ab dem ersten Dollar zahlen müssen, wurden nur 22 Prozent abgezogen. Wir dachten natürlich, dass das seine Richtigkeit hätte, weil wir davon ausgegangen sind, die wüssten was sie tun. Vor allem, weil ja auf den drei Farmen eine ganze Menge Backpacker wie wir arbeiten. Aber nun gut.
Nachdem wir diesen Schock erstmal mit einem Glas Wein von Nachbar Tom verdaut hatten, fragten wir bei Alana an, ob denn die Möglichkeit bestünde, eventuell zwei Wochen länger hier zu arbeiten. Das würde uns helfen, die Steuerschulden zu begleichen. Sie meinte, sie würde versuchen was sie könnte.
Am nächsten Morgen (das Gras war wieder gefroren) ereilte uns dann die Hiobsbotschaft, dass Dick, dem die Farmen gehören, die Arbeiter ab sofort auf drei Tage die Woche Arbeit gesetzt hatte… Damit war natürlich auch gesagt, dass zwei Wochen länger bleiben keine Option war. Drei Tage Arbeit pro Woche bringt aber auch nicht so viel Geld, dass es sich lohnt zu bleiben. Das würde zwar ein wenig mehr Geld bringen als uns die Lebenshaltung kostet aber dafür hinge man dann auch vier Tage die Woche auf der Farm rum… ohne Radio, ohne Fernseher, ohne Außenwelt. Ausflüge könnten wir uns dann nicht mehr leisten.
Aber eigentlich hatten wir noch nicht so viel Geld verdient, wie wir uns vorgenommen hatten, schon wegen der doofen Steuer. Also wollten wir auch nicht abreisen. Nun war guter Rat teuer…
Kurz vor der Lunch-Pause überraschten uns Greville und Alana dann mit der Neuigkeit, dass sie uns einem befreundeten Nachbarn empfohlen hätten, der Arbeiter zum Bäumebeschneiden sucht. Genaues wussten sie allerdings noch nicht über den Job und ob Todd (so heißt der Nachbar) uns nehmen würde. Also hieß es nun bibbernd auf den Rückruf von Todd zu warten. Dieser kam dann nach ziemlich schlaflos verbrachter Nacht am nächsten Morgen. Todd würde uns nehmen! Greville hat uns sofort in sein Auto geladen und uns rüber auf die andere Farm gebracht, damit wir mit Todd sprechen und er uns kennenlernen könnte. Er machte einen netten Eindruck und die Konditionen der Arbeit scheinen auch gut zu sein, also fangen wir nächsten Montag um 7:30 Uhr auf der Nachbarfarm mit Bäumebeschneiden an. Mannomann…
Der gute Nebeneffekt ist, dass wir hier auf der Turf-Farm in unserem Donga wohnen bleiben können und sozusagen unsere „gewohnte Umgebung“ haben. Und das Beste an der Sache ist, dass wir auf der Nachbarfarm ab Montag mindestens vier Wochen arbeiten können, so dass wir das Geld für die Steuer auch wieder reinholen können. Wunderbar! Und dann geht’s hoffentlich los mit dem langersehnten Reisen durch Australien.
Freitag geschah dann erneut Berichtenswertes… Zur Lunchpause brachte Patrick eine giftige Schlange mit, die er beim Arbeiten auf der Farm entdeckt und kurzerhand geköpft hatte. Die lag dann auf den Betonstufen zum Office und bewegte sich noch munter vor sich hin. Ich hab dann allen meinen Mut zusammengenommen und sie sogar angefasst. Beweisfotos (und auch andere neue Fotos) findet ihr im „Farm“-Photoalbum.
Freitagabend gab es dann noch ein sehr lustiges Dinner in Alana´s und Grevilles Haus, mit dem wir unseren „Arbeitsabschied“ und Chris’ endgültigen Abschied von der Farm gewürdigt haben. Jeder musste ein Gericht mitbringen und dann haben wir uns ringsum vollgefressen. Ich hab den Australiern mal gezeigt, wie lecker Senfeier sind. *grins*
Samstag, 12. Juli 2008
Die Dinge ändern sich…
Eingestellt von
Johanna
um
12:01
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4 Kommentare:
bäumebeschneiden...
was juristen so alles lernen können *sfg*
bin total gespannt auf den nächsten blog!
ganz liebe grüße ins ferne downunder
von lale
Hallo Ihr Winter"Sportler",
was für Neuigkeiten aus down under!!! Bäume beschneiden ist total klasse. Hoffentlich fallt Ihr nicht runter.
In froher Hoffung, dass es Euch weiter gut geht und der bevorstehende Urlaub Euch happy macht
grüßt aus Berlin ein leider Zurückgebliebener
Ich könnte Euch auch Arbeit anbeiten, allerdings in Dresden :-) Klingt alles wie ein sellisches Hoch und Runter... Drücke Euch ganz dolle die Daumen, daß alles so klappt, wie Ihr Euch vorgenommen habt.
Euer Micha
tja die einfachen Gerichte sind oft die besten!!
keine dummen Kommentare über Juristen. die können alles ;-)
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