Mittwoch, 21. Januar 2009

Von Gingin nach Port Lincoln

Montag
Nach unserer ersten Nacht im Zelt seit langer Zeit, machten wir uns nach einem sonnigen Frühstück auf die Reise. Erste Station des Tages war Fremantle, dass sich gleich südlich an Perth anschließt. Wir spazierten in herrlichem Sonnenschein durch die Altstadt, die tatsächlich ein paar Gebäude aus dem 19. Jahrhundert aufweist. Den großen Hafen der Stadt fanden wir nicht so anziehend, dass es uns zu einem Spaziergang gereizt hätte.
Wieder zurück im Auto ging es nach Mandurah, ca. 70 km südlich von Perth. Dort entspannten wir uns an den grünen Ufern eines Sees, beschlossen aber, die Stadt relativ schnell wieder zu verlassen. Sie sah uns zu künstlich, neugebaut und unpersönlich aus. Am Nachmittag erreichten wir dann das Ziel des Tages – Bunbury.
Bevor wir unser Zelt für die Nacht aufschlugen, schauten wir uns noch den ruhigen City-Beach, die alte Jetty (Seebrücke) und die angrenzende Geographe-Bay an.
Da haben wir doch richtig viel geschafft am ersten Tag.

Dienstag
Trotz unseres Urlaubs klingelte um 7 Uhr früh der Wecker. Bunbury ist nämlich dafür berühmt, dass in der Bucht, an der der City-Beach liegt, morgens um die hundert Delphine auftauchen. So saßen wir denn am Strand und warteten… und warteten… und warteten… und kein einziger Delphin streckte seine Flosse aus dem Wasser. Wie deprimierend.
Nach dem Einpacken des Zelts und einem ausführlichen Kaffee besichtigten wir noch den Mangrove-Boardwalk, bevor wir uns zum Tagesziel Busselton aufmachten. Dort angekommen bauten wir unser Zelt für zwei Nächte auf. Wir durchschlenderten die Stadt und erkundeten das Wahrzeichen von Busselton – eine wunderschöne, hölzerne und 1842m lange Jetty. Am Abend gönnten wir uns etwas Besonderes: im Drive-In Cinema schauten wir uns richtig altmodisch den neuen James-Bond-Film an. Ein echtes Erlebnis!

Mittwoch
Von Busselton aus erkundeten wir an diesem Tag den Leeuwin National Park mit seiner schönen Küsten, sandigen Stränden und großem Wanderwegnetz. Danach ging es nach Yallingup, wo wir die Surfkünste derer bewunderten, die sich wagemutig in die brandenden Wellen stürzten. Beim Abendessen auf dem Campingplatz bekamen wir noch niedlichen Besuch: ein kleiner Ringelschwanzbeutler saß in dem Baum über uns. Danach zog es uns zurück nach Busselton, um die Jetty im Sonnenuntergang zu bewundern.

Donnerstag
Am Donnerstag bauten wir am Vormittag unsere Herberge in Margaret River auf und nahmen danach die Fahrt durch die Margaret River Wine Region in Angriff. Die zahllosen Weingüter dieser Gegend sind ganz schön auf Tourismus herausgeputzt und wirken meist sehr pompös. Was uns bei weitem mehr beeindruckt hat, waren die dichten Wälder mit den riesig hohen Karri-Bäumen. Richtige Wälder hatten wir seit unserer Ankunft in Australien nämlich nicht zu Gesicht bekommen. Auf unserer Rundfahrt kamen wir ansonsten natürlich auch durch den eigentlichen Ort Margaret River - in niedliches, kleines Städtchen mit Flair. Der Tag verging mit Herumfahren, Weingüter überblicken, Surfer beobachten und Bäume bestaunen wie im Fluge.

Freitag
Am sehr heißen Freitag stand nur die Fahrt von Margaret River nach Albany an der Südküste Westaustraliens an. Einziger Zwischenstop war das „Valley of the Giants“, ein Wald von extra-großen Karri-Bäumen und einem 40m-hohen Metall-Weg dazwischen, auf dem man durch die Baumwipfel wandeln kann. Uns hatten die Wälder des Vortages mehr beeindruckt und außerdem steckte die Speicherkarte der Kamera noch im Laptop als wir schwankend zwischen Baumwipfeln standen – es gibt also keine Fotos.

Samstag
Schon am Morgen herrschte in Albany grauer Himmel. Wir unternahmen einen Shoppingbummel durch die Stadt und entschieden uns dann für einen Wanderweg vom Hafen von Albany, die Küste entlang bis zu einem Aussichtspunkt auf dem Mount Adelaide (nur 117m hoch). Für mich gab es unerwartete Hürden zu bewältigen. Wer meine Reptilienphobie kennt… auf diesem Weg begegneten uns tatsächlich 17, in Worten: siebzehn!!!, ausgewachsene, ca. 35cm lange, schwarze, eklige „King’s Skinks“. Mein Blutdruck stieg und stieg und auch auf meinen Magen schlugen diese Begegnungen kräftig – aber das will ich mal hier nicht allzu ausführlich darstellen.
Nach einer kleinen Verschnaufpause ging es dann mit beruhigtem Magen in den Torndirrup-Nationalpark, wo es die spektakulären Felsformationen „The Gap“ und „Natural Bridge“ zu bestaunen galt. Am Ende des Tages entdeckten wir noch einen kleinen Strand namens „Goode Beach“, der so feinen Puderzuckersand hatte, dass es unter den Füßen beim Laufen richtig quietschte! Ein seltsames Gefühl.
Den Abend verbrachten wir wegen des einsetzenden Nieselregens im Zelt.

Sonntag
An diesem Tag passierte nicht viel. Wir legten die 450 km von Albany nach Esperance zurück. Dies entlang der Küste und bei grauwolkigem Himmel. Nachdem wir nach einigem Suchen einen Platz für unser Zelt ergattert hatten, fuhren wir noch den „Ocean Tourist Drive“ entlang und stellten fest, dass Esperance wunderschöne Strände hat, die allerdings noch viel schöner wären, wenn die Sonne schiene.
Wegen des wieder beginnenden Nieselregens ließen wir das Kochen ausfallen und kauften uns einen Döner (!) vor Ort.

Montag
Eigentlich wollten wir ja einen Tag in Esperance bleiben, doch der anhaltende Regen schlug uns in die Flucht. Die Wetterfrösche sagten auch für den folgenden Tag Regen voraus. Deswegen beschlossen wir, die erneute Durchquerung der Nullarbor-Wüste schon am Montag zu beginnen. Auf den 930 km bis zum Dorf Eucla an der Grenze zu Süd-Australien war wie zu erwarten nicht viel zu sehen. Wir schlugen ein letztes Mal in West-Australien unser Zelt auf, mussten dann aber wegen anhaltenden Windes und Regens die Nacht im Auto verbringen.

Dienstag
Wer schon mal mehrere Nächte hintereinander im Zelt bzw. Auto bei Regen und Wind verbracht hat, weiß, dass wir an diesem Tag körperlich nicht gerade auf der Höhe waren. Stark gähnend brachten wir die 600 km bis Streaky Bay auf der Eyre-Halbinsel hinter uns, wo wir uns zum richtigen Schlafen mal einen kleinen Bungalow für die Nacht gönnten. Von der Fahrt gibt es nichts Spektakuläres zu berichten, außer dass wir bei Yalata den durch Reportagen von „Crocodile Hunter“ Steve Irwin berühmten „Dog“-Fence fotografierten.
In Streaky Bay machten wir deswegen Halt, weil Sebastian so gern einen weißen Hai sehen wollte und uns gesagt wurde, Streaky Bay wäre ein guter Ausgangspunkt dafür. Die Dame im Besucherinformationszentrum belehrte uns eines Besseren. Hai-Bootsausflüge gäbe es nur von Port Lincoln aus. Wie schade.
Als Trostpflaster empfahl sie uns einen Besuch der örtlichen Shell-Tankstelle. Dort ist tatsächlich eine Plastikreplika des größten jemals mit Angel und Schnur gefangenen weißen Hais ausgestellt. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen…
Wie zu erwarten war, ähnelte die Replika einem weißen Hai in etwa so viel wie mir die klassische Barbie-Puppe (wehe jemand schreibt einen blöden Kommentar!).

Mittwoch
Wir machten uns also auf den Weg nach Port Lincoln, immer an der Küste der Eyre-Halbinsel entlang. Die Vegetation schien nur aus den Farben grau und braun zu bestehen. Ein sehr karger Landstrich mit einer rauen Küste und einigen relativ trockenen Salzseen. Steppengras und Büsche waren die vorherrschende Vegetation.
In Port Lincoln angekommen besuchten wir gleich wieder die Damen des Besucherinformationszentrums wegen des Hais. Tatsächlich gab es eine Firma, die Haiausflüge anbot, allerdings nur solche, bei denen man sich in einem Stahlkäfig zu den Haien abseilen lassen konnte. Das wollten wir ja nun nicht. Wir fragten, ob es möglich wäre, auch ohne das Käfig-Abenteuer mitzukommen und ob das dann auch ein wenig preiswerter ginge, aber es blieb bei horrenden $495 pro Person. Na dafür nich!

Nun sind wir in Port Lincoln und werden hier einen Tag bleiben. Weitere Berichte folgen…

2 Kommentare:

claudschn hat gesagt…

Oh Schade, ist die Hai-Tour damit nur verschoben und gestorben? :(

Und wofür genau ist der Dog-Fence berühmt?

Sind wieder wunderschöne Fotos dabei! Weiß gar nicht, welches mir am besten gefällt... aber die Surfer sehn so aus wie ich... naja... fast. :)

Liebe Grüße,
Claudschn

Anonym hat gesagt…

Also ich freu mich, dass ihr an der SHELL tankstelle gehalten habt. sehr lobenswert :-) liebe gruesse, Sylvia