Mittwoch
Wir hatten bei den letzten beiden Autointeressenten die Erfahrung gemacht, dass diese in unserem stehengebliebenen Kilometerzähler ein größeres Problem sehen als wir beim Kauf damit hatten. So entschieden wir uns nach längerer Recherche, unser Autochen noch mal in die Werkstatt zu bringen, um das reparieren zu lassen. Für unsere Verkaufsanzeige hatten wir schon ausgerechnet (ziemlich großzügig in die ehrliche Richtung), dass Howard ungefähr 257.000 km runter hat. Wir telefonierten also herum und fanden eine Werkstatt, die noch Termine frei hatte und lieferten das Auto dort ab. Wie erklärten, dass wir den Kilometerzähler gern repariert und nach vorn gestellt hätten. Das fanden die Mechaniker ganz normal und versicherten uns, das würde bis morgen erledigt. Also gut, wir machten uns zu Fuss auf.
Wir bummelten durch die City und bestaunten die vielen, vielen Menschen und Geschäfte. Wie in jedem Reiseführer empfohlen, genossen wir auch eine Fahrt mit der Fähre, die uns die Möglichkeit gab, die Oper und die Harbour Bridge näher in Augenschein zu nehmen. Nach langem Marsch durch den Botanischen Garten gönnten wir unseren Füßen dann den verdienten Feierabend und nahmen die Bahn nach Hause.
In den Bahnen Sydneys kann man die Lehnen in die Richtung klappen, die man haben möchte. So kann man sich die Lehne immer in Fahrtrichtung klappen, das sollte man beim Bau der Berliner S- und U-Bahnen vielleicht auch mal in Betracht ziehen.
Donnerstag
Mit der Werkstatt war ausgemacht, dass die Reparatur mittags erledigt sein sollte, so nutzten wir den Vormittag um uns Paddy’s Market anzuschauen. Dieser findet in Chinatown in einer großen Halle statt und besteht aus ca. 1000 Ständen, die vornehmlich billige asiatische T-Shirts und Handycover anbieten. Meine Güte eine Menge Menschen, aber immer noch sehr viel entspannter als die chinesische Version davon.
Gegen Mittag kehrten wir zur Werkstatt zurück, wo gerade ein deutscher Aushilfsmechaniker unseren Kilometerzähler einbaute. Ich freute mich, dass endlich mal eine Werkstatt halbwegs pünktlich fertig geworden war… diese Freude verging jedoch schlagartig als ich mit einem Blick auf den Tacho feststellte, dass der Zählerstand nicht auf 257.000 km sondern um 257.000 km verstellt wurde. Da standen doch tatsächlich 380.000 km auf unserem Zähler und wir hatten für den frühen Nachmittag einen Termin mit einem Interessenten!
Das Schlimme an der Sache war, dass die Werkstatt den Zähler auch nur bei jemand anderem zum reparieren gegeben hatte und so eine erneute Reparatur nicht ganz so einfach war. Der Werkstattinhaber schlug uns doch ernsthaft vor, dass wir uns doch mit den potentiellen Käufern treffen und dann zurückkehren sollten, um den Zähler auf den richtigen Stand bringen zu lassen!!! Das Gesicht des Käufers möchte ich sehen.
Um es kurz zu machen, der Zähler wurde innerhalb einer Stunde repariert und der Termin mit dem Interessenten auf den Abend verschoben. Als wir vom Werkstatthof fuhren, ging das Airbag-Kontrolllicht nicht mehr aus, obwohl eine sofortige Überprüfung ergab, dass mit dem Airbag alles in Ordnung war. Das wurde innerhalb von 25 Minuten behoben. Als wir ein weiteres Mal vom Hof fuhren, funktionierte leider das Tempomatleuchte nicht mehr, aber das haben wir dann einfach geflissentlich ignoriert…
Gen Abend ging es dann nach Bondi Beach, wo gerade Dreharbeiten für die hier sehr beliebte Fernsehserie „Bondi Rescue“ stattfanden. Sehr spannend. Wir zeigten dann unseren Howard einem jungen israelischen Pärchen, die uns tatsächlich nach 30 Minuten zurückriefen und uns einen Deal anboten, den wir gern annahmen. Stilecht am Bondi Beach auf Howards Motorhaube wurden die Papiere ausgefüllt und das Geld übergeben und so schnell ging es dann doch mit dem Autoverkauf.
Freitag
Nach langem Ausschlafen verbrachten wir den Tag nun ohne Sorgen über das Auto mit einer erneuten Erkundung des CBD und Darling Harbours. Am Abend hatte meine Freundin Franny in ihre WG zum Barbecue eingeladen. Es gab im Garten des Hauses leckeres Kängurufleisch, Salat und Wein für uns und die weiteren Mitbewohner. Ein sehr angenehmer Abend.
Samstag
Der Samstag wurde der Shoppingmanie der Damen geopfert. Zunächst besichtigten Franny und ich einen wunderschönen Markt in Paddington, bevor wir uns in den ältesten Stadteil von Sydney „The Rocks“ aufmachten. Dort kehrten wir in einem wunderbaren irischen Café ein, in dem es wunderbar frischgebackene Scones und Tee aus Teekannen mit selbstgestrickten Kannenwärmern gab. Zum Niederknien!
Sebastian stieß hier zu uns, bevor wir aufbrachen, um auch den Markt in „The Rocks“ und das Viertel selbst zu erkunden.
Nach diesem langen Walk konnten wir auch wieder etwas zu Essen gebrauchen und wir entschieden uns für das legendäre Harry’s Café de Wheels. Dabei handelt es sich um einen Imbißwagen an der Woolloomooloo-Bucht an dem schon Frank Sinatra, Robert Mitchum and Marlene Dietrich einen der berühmten „Tiger“ gegessen haben sollen. Das ist eigentlich ein Meat-Pie allerdings mit Kartoffelpüree, Erbspüree und Bratensoße oben drauf. Klingt merkwürdig, schmeckt aber sehr gut.
Sonntag
Am Sonntag hieß es früh Aufstehen, denn unser Ausflug in die Blue Mountains stand an. Wir hatten uns ein Auto gemietet, luden Franny ein und los ging es. In Sydney sah das Wetter ganz gut aus, dieser Eindruck ließ aber nach je weiter wir fuhren. Kaum waren wir in den Blue Mountains angekommen, folgte eine Nebelbank der anderen. Von keinem Lookout aus konnte man etwas erkennen. So fuhren wir eine ganze Weile durch die Gegend, bis es am Nachmittag noch mal ein bisschen aufklarte und wir die Gelegenheit hatten, die Wentworth Falls zu besichtigen. Solche Landschaft ist schwer mit Worten zu beschreiben, also verweise ich auf unsere Fotos.
Am Abend zurück in Sydney kehrten wir nochmals bei Harry’s Cafè de Wheels ein und unternahmen eine Sonnenuntergangs-Fährenfahrt.
Montag
Montag mussten wir ebenfalls früh aufstehen, denn für Sebastian ging es zum Fallschirmspringen. Wir hatten für ihn einen Sprung ca. 80 km außerhalb von Sydney gebucht. Über den Sprung an sich kann ich naturgemäß nicht viel berichten, aber ich bekam ihn gen Mittag in einem Stück wieder. Am Nachmittag rafften wir uns dann noch zu einem Bummel durch Chinatown auf, bevor wir den Abend mit Kofferpacken und so verbrachten.
Morgen geht es nun nach fast genau einem Jahr wieder nach Hause. Hoffentlich geht auf den insgesamt 24 Stunden nichts schief…
Montag, 23. Februar 2009
Sydney
Eingestellt von
Johanna
um
19:47
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3 Kommentare:
Hallo, Ihr zwei,
Eure Berichte aus Australien,immer mit Spannung erwartet, werden uns fehlen! Doch nun freuen sich alle, wir auch, auf ein Wiedersehen mit Euch.
Glückliche Heimkehr wünschen Euch
Irmchen und Dieter.
Fallschirmsprung.. wie geil! Haste ein Video gedreht/drehen lassen? Wie cool! UND was für ein gloreicher Abschluss einer abenteuerlichen Reise in down under! Und nun kommt nach Hause, meine Lieben.. der Kuchen wartet schon auf euch!
bis gleich!
Die Claudi
...was für ein Jahr, mit wunderschönen Reiseberichten und traumhaften Bildern - die werden uns fehlen. Vielleicht erscheint ja demnächst ein Bildband im Buchhandel?
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.
Liebe Grüße
A. K. T.
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