Montag
Nach einer aufregenden Tennisnacht hieß es früh aufstehen, denn wir hatten uns vorgenommen, eine Führung mitzumachen. Das Melbourner Touristenbüro bietet Stadtführungen von Einheimischen an, die einem etwas abseits der ausgetretenen Touristenpfade ihre Stadt zeigen. Wir wurden dann leider in eine deutsch- und nicht englischsprachige Gruppe gesteckt aber was solls. Unsere Führerin Rita kommt ursprünglich aus der Schweiz, besuchte in den 60iger Jahren Australien und lernte ihren jetzigen Mann kennen. Sie macht die Führung ein mal in der Woche, um ihr Deutsch frisch zu halten, wenn gewünscht führt und erklärt sie auch auf französisch oder japanisch. Bewundernswert.
Unsere Gruppe bestand aus Rita, Sebastian, mir und der sechzehnjährigen Schülerin Eva, die gerade von einem halben Jahr Internatsaufenthalt in Neuseeland nach Australien übergewechselt war.
Auf verschlungenen Wegen durch die City zeigte Rita uns dann die berühmte Melbourner Graffiti-Kunst, belebte Gässchen mit unzähligen Cafés, wunderschöne Jugendstil-Einkaufspassagen und sogar die Bibliothek des Höchsten Gerichts Victorias. Dabei erhaschten wir auch gleich noch einen Blick auf einen der armen Rechtsanwälte, die hier tatsächlich noch altmodische englische Gerichtsperücken tragen müssen.
Nach diesem mehrstündigen Marsch gönnten wir uns ein bisschen Erholung, bevor wir am frühen Abend wieder aufbrachen um das Eureka Skydeck 88 (eine Aussichtsplattform im 88. Stock eines Wolkenkratzers) aufzusuchen. Als wir davorstanden mussten wir leider feststellen, dass der Wolkenkratzer von Wolken umhangen war, also gingen wir stattdessen zum Chinesen essen und verschoben den Skydeck-Besuch auf den nächsten Morgen, bevor wir Melbourne wieder verlassen würden.
Dienstag
An Melbourne verlassen war leider nicht zu denken, denn das Auto sprang nicht an. Wir riefen den RACV, der eine Stunde später kam und uns erklärte, die Benzinpumpe sei kaputt, wir bräuchten eine neue. Er besorgte uns einen Termin in einer nahegelegenen Werkstatt und brachte durch ein paar gezielte Schläge mit seinem Hammer Howard auch zum Laufen. Also brachten wir das Auto in die Werkstatt und erkundeten am Nachmittag Melbourne noch ein bisschen zu Fuss. Der Versuch, sich eine Andreas-Gursky-Ausstellung in der Nationalgalerie Victorias anzuschauen scheiterte – heute geschlossen.
Abends holten wir das Autochen wieder ab und kamen nun auch zu unserem Skydeck-Besuch. So hatte uns die Panne wenigstens einen Ausblick bei schönem Sonnenuntergang beschert.
Mittwoch
Am Mittwoch verließen wir Melbourne dann nun doch. Tagesziel war der 90-Mile-Beach in Lakes Entrance im Osten Victorias. Dort kamen wir nach einer Fahrt ohne Zwischenfälle am Nachmittag an und verbrachten nach dem Zeltaufbau einen ruhigen Abend mit einem Strandspaziergang und Lesen.
Donnerstag
Tagesziel: Entspannung. Das haben wir durch Faul-am-Strand-Rumliegen, Baden und Kino am Abend erfolgreich verwirklicht.
Freitag
Freitag, Samstag und Sonntag waren der Bewältigung der ca. 1800km langen Strecke von Lakes Entrance nach Brisbane gewidmet. In Western Australia oder im Northern Territory hätten wir vielleicht mit der Idee geliebäugelt, diese Strecke in zwei Tagen zurückzulegen, aber das ist in diesen Gegenden hier nicht zu schaffen. Eine Ortschaft reiht sich an die nächste, die Gegend ist bergig, die Straßen kurvig und wegen der sehr viel größeren Bevölkerungsdichte gibt’s eben auch viel mehr Verkehr.
Am Freitag haben wir es, immer mit der Great Dividing Range links im Blick, bis Nowra ca. 150 km südlich von Sydney geschafft. Damit das Fahren nicht ganz so langweilig wurde, haben wir zwei kleine Umwege an die Küste mit kurzem Strandspaziergang eingebaut. Ich muss schon sagen, eine ideale Urlaubsgegend: wunderschöne grüne Landschaft mit tollen Wäldern, viele Seen, die vom Ozean nur durch eine Düne oder große Sandbank getrennt sind und eine sagenhafte Küstenlinie. Schade, dass wir nicht noch vier Wochen Zeit für Urlaub hatten.
Samstag
Wir sind wieder früh aufgestanden um unser Etappenziel Nambucca Heads zu erreichen. Dazu mussten wir durch Sydney durch und obwohl wir uns sozusagen auf einem der Außenringe hielten, kosteten uns die 40 km immer noch über anderthalb Stunden. Wir haben gar keine Lust darüber nachzudenken, dass wir in einer guten Woche in die Stadt auch reinfahren müssen.
Die Landschaft zwischen Sydney und Nambucca Heads ist voller Wälder, Flüsse und Seen, das sind wir gar nicht gewohnt von Australien. Am Straßenrand blühen Unmassen wilder weißer Lilien. Eigenwillig ist allerdings, dass es über den Highway gespannte Netzbrücken gibt, die laut Schild tatsächlich dazu da sind, den Vögeln zu helfen, die Straße zu überqueren… da mag man denken, was man will.
Leider ging auf dieser Strecke dann unsere Klimaanlage kaputt… bei 37°C. Wir sind ein bisschen genervt, da das nun schon die zweite Sache ist so kurz vorm Ende unserer Reise. Ob wir schwitzen werden oder wieder Geld und Zeit in die Reparatur investieren… wir wissen es noch nicht.
Nambucca Heads bietet uns dann einen wunderschönen, ruhigen Campingplatz voller lustiger und zutraulicher Kookaburras und direkt am Meer… was will man mehr.
Sonntag
Erfolgreich haben wir es bis nach Brisbane geschafft. Dort haben wir in unser gemietetes Appartement eingecheckt. Abends noch ein kleiner Spaziergang durch die Stadt… für uns war es ein schöner Tag.
Leider ein ziemlich tragischer Tag in Australien… In Victoria haben furchtbare Buschfeuer gewüstet, die nach jetzigem Stand 131 Menschen das Leben gekostet haben. In den Medien gibt es kein anderes Thema momentan.
Montag
Heute erwartete uns ein Höhepunkt: der von Steve Irwin berühmt gewordene Australia Zoo. Wir fuhren früh los, um viel Zeit für den ca. 70 km entfernten Zoo zu haben. Den Park selbst hatten wir uns größer vorgestellt, aber Grund zur Enttäuschung bestand auf jeden Fall nicht. Schöne große und grüne Gehege für die Tiere, viele Tierpfleger, die viel erklären und natürlich mein persönliches Highlight: viele Koalas. Einen durfte man auch vorsichtig streicheln und ich kann nur sagen, dass sie sich genauso schmusig anfühlen wie sie aussehen! Und viele von unseren „Blognamensgebern“, den Wombats gab es auch.
Nachdem wir uns auch noch eine Show im berühmten Crocosseum angeschaut haben, waren wir allerdings doch schon um 15 Uhr fertig mit dem kompletten Rundgang. Also haben wir noch eine schöne Rundfahrt entlang der berühmten Sunshine Coast nördlich von Brisbane gemacht. Ein sehr voller Tag.
Morgen schauen wir uns dann Brisbane näher an und entschieden dann, wie es in den nächsten Tagen weitergeht…
Montag, 9. Februar 2009
Von Melbourne nach Brisbane
Eingestellt von
Johanna
um
19:55
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5 Kommentare:
Habe fast stündlich ins Internet geschaut - wollte bei den Kommentaren mal der Erste sein! Blog noch nicht gelesen. Schon mal vielen Dank!
Gruß - Irmchen und Dieter.
hahahahha, der Dieter wollte mcih schlagen.. und hat er ja auch geschafft... so ein mist, dass ich heute arbeiten musste :)
wie auch immer: Ich war auch in dem Zoo.. und hab dort auch nen Koala gestreichelt und ein Foto neben einem Wombat gemacht... hihi.. ist das toll, fühl mich gleich noch mehr verbunden!
Schön dass es euch gut geht! Und gut, dass ihr nichts mit den Feuern zu tun habt... hab mir schon sorgen gemacht.. :) Nun freu ich mich um so mehr auf euch!
Küsschen aus der Heimat...
claudschns letzten sätzen kann ich mir nur anschließen - bin auch schwer erleichtert, dass alles ok ist bei euch.
hier tobt orkan quentin und lässt die wolken wie auf dem highway über den himmel toben - was beneide ich euch um euer tolles wetter *lach*
koalas wombats, emus, dingos... klasse!
genießt die zeit, die ihr noch in downunder habt ganz bewusst und habt viel spaß!
knuddels von lale
mir? oh wei - natürlich kann ich MICH nur anschließen *lach*
immer noch lale
http://www.youtube.com/watch?v=-XSPx7S4jr4
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