Sonntag, 10. August 2008

Go Eagles, Go !!!

Am letzten Sonntag haben wir uns ein Football-Spiel der Australian Football League angeschaut. Football ist in Australien so beliebt, wie bei uns die Fußball-Bundesliga. Allerdings bedeutet hier „Football“ weder Fußball, noch American Football, noch Rugby, sondern ein ganz eigene Art des Spiels, oftmals auch als Aussie-Rules-Football bezeichnet. Im Wesentlichen geht es natürlich darum Tore zu schießen. Bis zu 18 Spieler pro Team spielen auf einem ovalen Spielfeld und dürfen sich unter Einsatz fast ihres gesamten Körpers daran hindern, den (Foot-)Ball zwischen die gegnerischen Torpfosten zu befördern (wen es genauer interessiert, alles über Aussie-Rules hier). Dadurch ist das Spiel natürlich sehr körperbetont, und die Sportler müssen durchaus athletisch gebaut sein, um dem standzuhalten, was wahrscheinlich auch den hohen Anteil weiblicher Fans beim Aussie-Rules-Footy erklärt. Der Football ist jederzeit umkämpft, was das Spiel sehr flüssig macht, ähnlich unserem Fußball. Diese Mischung aus Körpereinsatz und Spielfluss macht Aussie-Rules sehr interessant und so hatten wir Patrick beauftragt, Karten für ein Spiel zwischen den „Westcoast Eagles“ aus Perth und den „Fremantle Dockers“ aus Rostock, nein… natürlich aus Fremantle zu besorgen. Beide Städte liegen direkt nebeneinander, bzw. gehen in einander über, so dass sich die Teams ein Football-Stadium teilen und wir Zeuge eines echten Derby-Krimis werden sollten. Bevor wir uns von Patricks Eltern aus auf den Weg machten, bekamen wir noch fix jeweils ein Westcoast Eagles-Schal übergeholfen, der uns unweigerlich als Eagles-Fans brandmarkte. Fremantle hatte unglücklicherweise Heimrecht und so fanden wir uns im ausverkauften Stadion zwischen lauter „Dockers“-Fans wieder. Zu unserer Überraschung waren die „Dockers“-Fans alle sehr nett und verspotteten uns nicht einmal. Zwischen Patrick und einem „Dockers“-Fan entwickelte sich sogar ein richtig angenehmes Gespräch über Football generell, was sicher auch daran lag, dass die Eagles nach dem zweiten Viertel bereits hoffnungslos zurücklagen und das Spiel im Prinzip gelaufen war. Grundsätzlich sind die Fans sehr entspannt, auch die vom gegnerischen Team. Pöbeleien oder andere „Ausschreitungen“ haben wir nicht erlebt und es war immerhin ein Derby. Natürlich waren wir am Ende enttäuscht, dass „unser“ Team verloren hatte. Dennoch war es insgesamt ein sehr interessantes Erlebnis und einmal mehr australische Lebensart, die wir erfahren durften. Wir können Live-„Footy“ nur jedem empfehlen, der nach Australien kommt und „Mannschaftssportarten“ mag.

Neuseeländische Lebensart scheint es übrigens zu sein, alte, nicht mehr benötigte Campinganhänger in einer Nacht- und Nebelaktion spektakulär in Brand zu setzten. Vielleicht ging Greville, unser Ex-Boss und gebürtiger „Kiwi“, aber auch nur seinen pyromanischen Bedürfnissen nach, als er uns eines Abends letzter Woche aus unserem Donga „hupte“, um darauf hin die Werkstatt nach leicht entflammbaren und nicht mehr benötigten Flüssigkeiten abzusuchen. Das Objekt der Illumination stand bereits sauber geparkt auf dem Platz, auf dem sonst der Rasen auf den Road-Train geladen wird. Nachdem Greville in der Werkstatt fündig geworden war und ein Hanfseil in altem Diesel getränkt hatte, übergoss er den Innenraum des Caravans samt zweier Matratzen und legte das triefende Seil als Lunte nach außen. Leider verbrennt alter Diesel ziemlich langsam und so brauchte die 5 Meter lange, angezündete Lunte rund 15 Minuten, um den Anhänger komplett in Brand zu setzen. Das nun entfachte Inferno zog alle bis auf Johanna, die ins warme Donga gegangen war, in seinen Bann. Einige Bier später waren nur der Stahlrahmen und der alte Campingkühlschrank nicht Opfer der Flammen geworden. Als der eine noch intakte Reifen schließlich aufgrund der Wärmeentwicklung geplatzt war, beendeten wir das abendliche Schauspiel und wünschten uns gegenseitig „Good Night“… immerhin war es schon 19.30 Uhr!!!

In einer Woche begeben wir uns endlich auf große Fahrt. Gestern haben wir unser Auto auseinandergenommen, gereinigt und hier und da noch „ne Schraube festgezogen“. Unsere erste Station wird… eigentlich wissen wir das noch nicht. Aber im nächsten Blogeintrag gibt’s mehr dazu. Stay tuned for more!!!

2 Kommentare:

claudschn hat gesagt…

Ich freu mich schon auf die kommenden Reiseberichte... oh das wird sicher ganz toll!!!!!! Ich bin ja schon sooo gespannt...

Anonym hat gesagt…

habt viel Spaß auf der Reise. ich sag es gerne noch mal, Ihr seid meine Helden.

vielleicht fällt ja noch ne Postkarte ab *hust*

und warum wünscht Ihr Euch eigentlich schon um 19.30 Uhr gute Nacht??? seid Ihr überhaupt noch an Berliner Verhältnisse gewöhnt, wenn es Euch wieder hierher verschlägt?