Montag, 12. Januar 2009

Weihnachten, Silvester und erneuter Abschied von der Farm

Viele haben uns gefragt, wie denn Weihnachten in Australien abläuft und hier nun der dazu passende Bericht:

In den zehn Tagen vor Weihnachten haben wir komplett durchgearbeitet. Es war richtig viel zu tun, denn den Australiern fällt natürlich erst eine Woche vor Weihnachten ein, dass an Weihnachten und Silvester Familien-BBQs anstehen und man sich mal um seinen Vorgarten kümmern sollte… So kam es nun, dass wir sehr viel Rasen ernten mussten um die große Nachfrage zu befriedigen und Trevor hatte auch noch einen Extra-Job für Sebastian und Jens, bei dem 800 qm verlegt werden sollten. Insofern ganz spannend, als dass man mal sehen konnte, wie das Endprodukt aussieht. In den zehn Tagen ging leider auch eine ziemlich eklige Bronchitis um, von der Sebastian, ich und auch Jens befallen waren. So schleppten wir uns also durch die arbeitsreichen Tage bis zum Heiligabend.

Am Heiligabend war eigentlich geplant, nach der Mittagspause Feierabend zu machen und die für Australien obligatorischen Weihnachtsbierchen zu trinken. Aufgrund des Arbeitsaufkommens wurde dann leider doch erst ein Feierabend um 16 Uhr daraus. Dann gab es ein paar Bier mit Patrick (Trevor musste mit seiner Frau ins Krankenhaus, Kaylie lag krank zu Hause und die anderen beiden Kollegen waren schon weg zu ihren Familien), der furchtbar neidisch war, dass wir unsere Geschenke schon am Abend des 24.12. öffnen durften. In Australien werden traditionell die Geschenke erst am Morgen des 25.12. geöffnet. An dieser Stelle noch mal vielen Dank für die lieben Weihnachtspakete aus der Heimat, die wir dann gegen 18 Uhr geöffnet haben. Da wegen der Temperaturen und der vielen hinter uns liegenden Arbeit nicht wirklich Weihnachtsstimmung aufkommen wollte, sind wir zum nächstgelegenen Ort gefahren um zu telefonieren und uns eine Pizza zu holen. So verging unser Heiligabend.

Am ersten Feiertag haben wir uns selbst das größte Geschenk damit gemacht, bis 11:30 Uhr auszuschlafen. Wunderbar! Am Nachmittag haben wir dann die Familie von Patrick besucht. Dort gab es Truthahn-Sandwiches und Bier, Motorrad- und Quadrennen und eine Wasserpistolenschlacht. Ein bisschen anderes Weihnachten als gewohnt. Und damit war Weihnachten auch schon wieder rum, denn am 26.12. ging es wieder an die Rasenpflege.

Silvester haben wir uns für eine Nacht ein Hotelzimmer in Perth City gegönnt. Am 31.12. wurde morgens rasenseitig nur das Nötigste erledigt und dann ging’s ab ins Auto und nach Perth. Kurz vor Ladenschluss haben wir noch zwei Flaschen Sekt ergattert und haben uns danach ganz in Ruhe eine wunderschöne Open-Air-Ausstellung angeschaut. Die Ausstellung ist ziemlich berühmt, heißt „earth from above“ und zeigt spektakuläre Luftaufnahmen aus der ganzen Welt. Es war mit 37°C und wolkenlosem Himmel drückend heiß, so dass wir uns in unserem klimatisierten Hotelzimmer die Zeit bis 22 Uhr vertrieben haben. Um diese Zeit haben wir uns unseren Sekt gegriffen und uns in den Park am Swan River mit Blick auf die Skyline begeben. Es war immer noch warm genug um in Flip Flops und T-Shirt nicht zu frieren. Leider gab es nur ein sehr kleines Feuerwerk und dieses fing anders als gewohnt vor dem Jahreswechsel an und hörte prompt um 0 Uhr auf. Große Feuerwerke gibt es in Australien nur zum Australia-Day und Anzac-Day. Der Australia-Day ist am 26.1., so dass wir diesen noch miterleben können.

Nach einem schönen Frühstück im sonnigen Perth haben wir uns wegen der Wettervorhersage, die 39°C prognostiziert hatte, für einen Ausflug zum Strand von Guilderton entschieden, bevor wir zur Farm zurückkehren würden. Wunderschöne blaue Wellen und ein ertragbares Maß an Ausflüglern erwarteten uns. Da es tatsächlich so heiß wurde wie vorhergesagt, konnten wir einem Bad im kalten Ozean nicht widerstehen. Ein bisschen mulmig wurde mir, als während meines kleinen Schwimmausfluges ein RAC-Hubschrauber (RAC = ADAC Western Australiens) über mir schwebte. Ich dachte an die in Australien sehr verbreiteten Nachrichtenbilder von Haisichtungen. Is aber nix passiert… zumindest mir nicht.

Denn kaum waren wir auf dem Weg zum Auto, kam uns eine Frau entgegen, die uns erzählte, was es mit dem Hubschrauber auf sich hatte. Es war nämlich jemand mit gebrochenem Genick an den Strand gespült worden. Als wir uns umdrehten, konnten wir die neugierige Menschenmenge auch sehen. Das sei hier allerdings nichts allzu Ungewöhnliches meinte die Frau, es gäbe starke Strömungen an diesem Strand, die schon mehrere andere Menschen getötet hätten. Sie würde aber um diese Zeit sowieso nicht ins Wasser gehen, es wäre voll von Stachelrochen und sie wäre nur wegen des Hubschraubers mal runter zum Strand gekommen, um zu sehen, ob mal wieder Haie gesichtet worden wären. Aber ansonsten meinte sie, wäre der Strand schon sehr nett. Zum Schluss riet sie uns, bei der Hitze mit Schlangen aufzupassen, denn sie hätte heute schon ein paar Dugite-Braunschlangen gesehen.

Ja, so ein Gespräch mit Einheimischen ist doch immer wieder erfrischend! Schnell sind wir ins Auto gestiegen und zu unserer relativ sicheren Farm zurückgekehrt.

Die Arbeitswoche bis zu unserem Abschied von der Farm am Sonntag den 11.1. verging dann ganz schnell. Wir hatten jeden Tag an die 40°C und ich habe mir den ersten Sonnenstich meines Lebens zugezogen. Muss man ja auch mal erlebt haben.
Für den Freitag hatten wir dann ein BBQ anberaumt und es sind reichlich Gäste erschienen. Patrick und Kaylie nebst Patricks Schwester Amanda mit Verlobtem und Kindern im Schlepptau, unser ehemaliger Boss Todd mit Frau Colette nebst den Backpackern seiner Farm, Trevor und Mandy, Kollege Ian, Nachbar Tom mit Frau Meryle und unser ehemaliger Kollege von der Obstplantage, der Schotte Mike. Wir hatten für eine Menge Bier und Essen gesorgt und so wurde es ein langer und feuchtfröhlicher Abend.

Den Samstag haben wir schon mal mit Packen und Donga saubermachen verbracht, bevor wir abends Mike einen Gegenbesuch zu dessen Geburtstag abgestattet haben. Das war ebenfalls wieder ein feuchtfröhlicher Abend…

Am Sonntag haben wir uns nach ausführlicher Verabschiedung von Trevor und Mandy und von Patricks Familie mit Jens auf den Weg zum Flughafen gemacht. Dort haben wir ihn für seinen Flug nach Sydney abgeliefert. Denn Abend haben wir ein letztes Mal mit Alana und Greville unseren alten Chefs von der Turffarm verbracht. Ein gemütliches Familienbarbecue und diesmal ganz ohne Alkohol.

Nun sind wir bereit für neue Abenteuer entlang der Süd- und Ostküste Australiens.

4 Kommentare:

Franz hat gesagt…

Und am Ende dieser Abenteuer sehen wir uns! :)

Eine fast fertig gepackte Frannie, die eine Freigabe für 30 kg Freigepäck hat und damit wesentlich entspannter ist als mit 20 kg

claudschn hat gesagt…

na mal wieder glück gehabt.. nciht dass ihr auf den letzten "Metern" noch persönliche Bekanntschaft macht mit den ganzen giftigen Sachen in Australien... ich klopf schon mal uffs Holz, wa?

Schön, dass ihr auch so gut ins neue Jahr gestartet seid!


Fühlt euch gedrückt!

Anonym hat gesagt…

Gute Reise wünschen
Irmchen und Dieter.

Anonym hat gesagt…

Alles gute un ich hoffe Ihr habe noch ein paar kühlere tage :-)

Der Micha