Sonntag, 13. April 2008

Welcome down under – Perth

Entgegen den normalerweise vorherrschenden Wetterverhältnissen regnete es in Perth in Strömen als wir am Montag spätabends auf dem Flughafen landeten. Ein kleiner Bus mit anderen Reisenden und anfangs gutgelauntem Busfahrer brachte uns dann unkompliziert zu unserem Hostel im Stadtteil Northbridge.
Im Aufenthaltsraum war ein Schlüssel für uns hinterlegt, da um diese Zeit (halb eins morgens) die Rezeption natürlich nicht mehr geöffnet war. Geschafft von 7 Stunden Flug ließen wir uns auch nur noch in die Betten sinken.

Am nächsten Morgen stürzten wir uns Hals über Kopf in die Organisation unseres Aufenthalts. Als erstes stand die Kontoeröffnung auf dem Programm. Zur Bank haben wir in wunderbarem Sonnenschein einen schönen Spaziergang gemacht und so unsere ersten „Tageslicht“-Eindrücke von Australien gesammelt. Das Kontoeröffnen dauerte dann ca. anderthalb Stunden, weil unsere Kundenberaterin Joanne alles sehr genau machte und nebenbei auch noch freundlich mit uns plauderte. Nachdem wir das erledigt hatten, sind wir in die City gelaufen. Dort besorgten wir uns noch neue SIM-Karten für unsere Handys, bevor wir das erste Auto besichtigten. Das gehörte Klaus und Daniela, einem netten deutschen Pärchen, deren Aufenthalt in Australien zu Ende ging.

Am Dienstag haben wir dann noch ein zweites Auto besichtigt, das uns aber nicht so gut gefiel wie das erste. Nach der Entscheidung, dass erstbesichtigte Auto zu kaufen, lagen wir zeitlich so gut im Plan, dass wir den Nachmittag im Park und mit Schlendern durch Perth verbrachten. In Perth leben ca. 1,3 Millionen Menschen, die sich auf eine große Fläche verteilen. Dementsprechend ist die Stadt nicht so voll mit Menschen. Die Australier hier sind durchgehend nett, aufgeschlossen und sehr hilfsbereit. Das hebt das Lebensgefühl schon enorm. Für uns gewöhnungsbedürftig sind die Ladenöffnungszeiten. Selbst in Downtown schließen die großen Supermärkte und Kaufhäuser um 17:30 Uhr. Da muss man sich beeilen mit dem Einkaufen. Aber nur so können die Australier nach Feierabend noch ein schönes Barbie (Barbeque) machen und sich schön entspannen. Allerdings ist hier vieles so teuer, dass wir sowieso nicht viel shoppen können. Zumindest Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, sind sehr teuer. Dafür gibt es in der Innenstadt drei kostenlose Buslinien, die im Abstand von ca. 10 Minuten ihre Runden drehen. Und es gibt viele schöne, grüne Parks hier, in denen man in der Sonne sitzen kann. Und endlich, endlich sehen wir wieder klaren und unglaublich blauen Himmel.

Donnerstag früh haben wir dann zusammen mit Klaus das Auto zur Werkstatt gebracht, um es durchchecken zu lassen. Mittags erfuhren wir, dass es einiges zu überholen und zu erneuern galt. Allerdings sollten sich die Kosten mit ca. 1000 $ (ca. 600 €) für die Reparatur im Rahmen halten. Schwerwiegende Mängel hatte das „old girl“, wie der Mechaniker das Auto nannte, nicht. Deshalb fiel in diesem Moment unsere Kaufentscheidung. Also sind wir mit Daniela und Klaus sofort das Auto ummelden gegangen und haben noch eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Leider konnten wir unser altes Mädchen erst am nächsten Tag zur ersten Fahrt nutzen, weil die Reparatur einen Tag dauern würde. Zu unserer Überraschung erhielten wir am Donnerstag schon ein halbes Jobangebot. Daniela und Klaus hatten uns von einer Rasenfarm 100 km nördlich von Perth erzählt, auf der immer Leute gebraucht werden und bei der wir uns am Dienstag beworben hatten. Vielleicht können wir dort ab Ende April arbeiten. Wir werden am Sonntag oder Montag mal vorbeifahren und uns das aus der Nähe anschauen.

Als wir am Freitag Nachmittag endlich unser Auto in Empfang nehmen konnten, waren wir aufgeregt, aber auch ein wenig erschüttert. Die Kosten für die Reparatur lagen nun bei knapp 2000 $, weil die meisten Reparaturen am 20 Jahre alten Van wohl nicht ganz einfach und dafür zeitintensiv waren. Nach dem Schock haben wir gleich eine Runde gedreht. An den Linksverkehr gewöhnt man sich als Autofahrer relativ schnell, erst recht, wenn Autos vor einem fahren, denen man einfach folgen kann. Als Fußgänger ist das scheinbar schwieriger. Wir schauen immer noch zuerst nach links und dann nach rechts, wenn wir eine Straße überqueren.

Samstag haben wir den Van ein wenig saubergemacht (war viel roter Sand drin), in zwei Baumärkten vergeblich versucht, Bretter für die Innenausstattung des Autos zuschneiden zu lassen (nein, es lag nicht an der Sprachbarriere) und bei Ikea Bettzeug sowie ein paar Verstauungskisten gekauft. Witzigerweise muss man sich im Ikea-Restaurant linksherum anstellen, nicht wie bei uns rechtsherum.
Einer „Tradition“ folgend haben wir am Abend unseren Van getauft: Margret Violett (kurz Maggie) soll unser „old girl“ von nun an heißen. Wir hoffen, dass sie uns zuverlässig durch Oz(tralien) trägt. Auch wenn Maggie keine Schönheitskönigin sein mag, so ist sie technisch trotz Baujahr 1988 in gutem Zustand. Stoßdämpfer und das Bremssystem haben wir überholen lassen. Der Motor hat neues Öl und ist noch ein Vergaser, hat also seine Eigenheiten, an die man sich aber schnell gewöhnen kann. Er läuft natürlich nicht so unkompliziert und uhrwerkgleich, wie moderne Einspritzmotoren. Aber gerade bei konstanten Geschwindigkeiten läuft er ruhig und macht nen guten Eindruck. Das Automatikgetriebe haben Klaus und Daniela komplett überholen lassen. Es schaltet butterweich. Rost findet man nur oberflächlich und nicht am Unterboden oder Fahrwerk (Die Aussies streuen halt kein Salz im Winter). Wir sind jetzt also „ready to go“ !!!

2 Kommentare:

Thälmann hat gesagt…

Schön, dass Ihr endlich angekommen seid und die vielen Dinge relativ unkompliziert lösen konntet.
Was genau kann man auf einer "Grasfarm" arbeiten?

Anonym hat gesagt…

wie auf einer Grasfarm arbeiten?? Ihr habt doch wohl nicht 5 Jahre studiert, um dann auf einer farm zu arbeiten??? Undüberhaupt, ihr seit da zum Urlaub machen, und nicht zum arbeiten. das machen wir hier in Deuschland.

Viel Spaß mit dem Van.

Micha