Letzten Dienstag sind wir völlig unproblematisch von Peking nach Hangzhou geflogen. Alles hat super funktioniert. Allerdings können wir uns als „reiche Westeuropäer“ auch die für unsere Verhältnisse spottbilligen Taxen zum/vom Flughafen leisten, was die Sache erheblich erleichtert. Mit ÖPNV wäre das sicher nicht so entspannt gelaufen.
Hangzhou ist eine Provinzhauptstadt mit ca. 1 Mio. Einwohner im engeren Stadtgebiet… für chinesische Verhältnisse also ein Kleinstadt. Sie gilt als reiche Stadt, was man nicht nur an zwei Ferrari- und einem Porsche-Händler erkennen kann. Das Stadtgebiet besteht aus zwei Teilen, die durch den Fluss Qiantang getrennt sind. Vom Flughafen fuhren wir erst durch „Neustadt“, also Downtown Hangzhou, geprägt durch hohe, neue Häuser mit Glasfassade und Verwechselungsgefahr. Kaum ein Mensch war hier auf den Straßen zu sehen. Nach Überqueren des Flusses begann das eigentliche Stadtgebiet mit dem Westlake, der malerisch in eine Hügellandschaft eingebettet ist.
Unser Hostel lag dann auch direkt am Westlake. Nachdem der Taxifahrer seine anfängliche Unkenntnis der Hosteladresse nach einigen wütenden Telefonaten überwunden hatte, konnten wir das Taxi nahe des Hostels verlassen. Freundlich empfing man uns hier auf Englisch. Wir konnten abermals ein schönes Zimmer mit Holzvertäfelung, Dachfenster und eigenem LAN-Anschluss beziehen.
Sofort machten wir uns auf den Weg zum See, der für viele Chinesen ebenfalls ein touristisches Primärziel ist. Dementsprechend waren trotz Nebensaison und „wochentags“ unglaubliche Völkerwanderungen zu beobachten. Hafti musste erneut mehrfach als Fotomotiv fürs Familienalbum einiger Einheimischer herhalten. Man muss dazu sagen, dass sich die Menschenmassen hier sehr gut verteilen, so dass am einen oder anderen Uferplätzchen doch Ruhe herrschte und wir uns von Peking erholen konnten.
Das taten wir dann auch zwei Tage lang beim Spazierengehen und Radfahren. Einziger und nicht ernst gemeinter Störfaktor war der allmorgendliche Open-Air-Kindergartenfrühsport mit Musikbeschallung vor unserem Zimmerfenster. War niedlich.
Von Hangzhou aus sind wir am Samstag mit dem Express-Zug nach Shanghai gefahren. Die Entfernung entspricht der von Berlin nach Leipzig. In China ist das eine Reise durch Vororte. Richtig ländliche Regionen zwischen Hangzhou und Shanghai haben wir vom Zug aus nicht gesehen.
Montag, 24. März 2008
Entspannung am Westlake
Eingestellt von
Sebastian
um
21:05
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