Freitag, 7. März 2008

From Russia With Love

Gestern sind wir nach langem und herzlichem Abschied am Flughafen Tegel, der zum Glück nicht bestreikt wurde, ins Abenteuer gestartet. Mit ca. 30 Worten Russisch (29 davon spricht Johanna) haben wir uns nach Ankunft in Moskau-Domodjedowo innerhalb von drei Stunden zu unserem vorübergehenden Quartier durchgeschlagen. Berichte darüber folgen später, damit ihr Euch keine Sorgen macht ;) Nur so viel: „Im Internet sah es doch so toll aus!“ Nun ja, so kommt uns die Transsib wahrscheinlich wie das Hilton vor. Für zwei Nächte und Moskauer Preise ist es aber okay.

Gestern Abend haben wir uns zur Rush Hour todesmutig noch in die Metro geworfen und sind zum Roten Platz gefahren. War schattig!!! ;) und wir hatten keine Handschuhe dabei… Die Metro erfordert höchste Konzentration, vor allem von nicht Moskovitern. Andernfalls wird man ohne großes Aufsehen umgemangelt. Technisch sind vor allem die ewig langen Rolltreppen und die 50 Jahre alten, infernalisch klingenden Züge interessant. Nachdem wir erste Erfrierungen an uns feststellten, haben wir uns im Regierungsviertel noch ne heiße Schokolade mit der Konsistenz von Nutella *lecker* gegönnt. War eigentlich sehr entspannt. Nur die schwarzen S-Klassen, Porsche Cayennes, Range Rovers mit laufenden Motoren und kurzhaarigen, breitschultrigen, sonnenbrillenausgestatteten Zeitgenossen nebenan sorgten für unterschwellige Nervosität. War aber nix…

Heute hat Hafti das erste mal eine russische Dusche ausprobiert… unter den strengen Augen des niemals lächelnden Jugendherbergsdrachens namens Olga. Scheinbar ist es in Moskau immer gerade dann notwendig die „Sanitäreinrichtungen“ zu reinigen, wenn sie benutzt werden. Nach einem guten alten Starbucks-Kaffee/Tee machten wir uns auf den Weg zur Lomonossov-Universität, die Hafti unbedingt mal anfassen wollte. Ging leider nicht. Zwar versuchten wir uns mit stoischer Miene unter die richtigen Studenten gemischt am Wachmann vorbei zu mogeln. Mit einem ebenso grimmigen wie simplen „Njet“ verwies er uns kurzerhand wieder raus. Nix mit anfassen. Aber Fotos von draußen durften wir machen.

Dann sind wir im russischen Schnee über die naheliegenden Sperlingsberge gekraxelt bzw. gepurzelt und haben die schöne Aussicht über Moskau genossen. Die Sperlingsberge sind eine Art Naherholungsgebiet an der Universität. Es gibt da einen Skihang mit Lift und sogar eine Skisprungschanze! Danach wollten wir uns ein altertümliches russisches Dorf in einem Park im südlichen Außenbezirk von Moskau anschauen. Wir haben eine Stunde in der Metro verbracht, um dann in einem Gebiet zu landen, das sich vor allem durch elfgeschossige Häuser und eine hohen Verkehrsdichte auszeichnete. Mist!!!

Gut, wir haben uns unsere Laune nicht verderben lassen und wollten uns den Kreml anschauen. Rein in die Metro… raus am Kreml. Dort erwartete uns folgendes Schild:



Für alle, die des Russischen nicht mächtig sind: „Kreml heute geschlossen“ steht da. Doppelmist!!!

Ein besonderes Highlight unseres Tages wurde dann das sehr späte Mittagessen. Anne und Claudi aufgepasst: Wir waren in der Butterbrotnaja. Ja, die gibt’s noch! Für alle Nichteingeweihten: Neben dem glamourösen Kaufhaus GUM gibt es eine kleine aber warme Kaschemme, vergleichbar Konnopkes (nur drinnen) in der leckere russische Hausmannskost zu sehr moderaten Preisen angeboten wird. Da haben wir uns erstmal originale Pelmeni (Teigtaschen mit Fleischfüllung in Brühe mit saurer Sahne) gegönnt. *leckerschmecker*

Als Abschluss unserer heutigen Tour stand die Christus-Erlöser-Kathedrale auf dem „Programm“. Sah vom Kreml gar nicht weit entfernt aus. Aber wir hatten die Rechnung ohne den Wirt, besser den Moskauer Straßenverkehr, gemacht. In Moskau geht man nicht dort über die Straße, wo man das möchte. Bei ungefähr 30-spurigen Straßen (nur in eine Richtung) und einem Durchschnittstempo der Autos von 90 km/h fühlt man sich als Fußgänger nicht so wohl bei der spontanen Straßenüberquerung. Zum Glück gibt’s an allen großen Ecken Fußgängertunnel. Nur auf unserer geplanten Route zur Kathedrale hatten die Stadtplaner nicht an solch einen Tunnel gedacht, so dass wir erst 2 km in die entgegen gesetzte Richtung laufen mussten, bevor wir wieder Peilung aufnehmen konnten. Kathedrale hat nicht ganz entschädigt, aber hell war’s vor lauter Gold.

Das war’s fürs Erste. Falls hier jemand denkt, wir würden jetzt immer so viel schreiben, hat er sich geschnitten. Wir sind nur müde und vor Allem ist uns kalt, so dass uns jeder Grund recht ist, um schön im warmen Starbucks zu sitzen. Morgen geht’s in die Transsib, da ist sowieso nix mit Internet und Blog-Schreiben bis Peking.

Seid alle lieb gegrüßt… doswidanja

9 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

hi Geburtsagskind. Das sind keine Aufpasser oder Reinigungskräfte. nach so langer muttersprachlicher Ausbildung solltet Ihr wissen das diese Frauen Deschurnaja heißen. die werden euch in der transsib verfolgen, möglicherweise in der männlichen Version.

claudschn hat gesagt…

häppy birthday nun auch nohcmal gedruckt!!! :) Ich lach mich tot und meine Arbeitskolleginnen auch... :9

Bis bald, viel Spaß im Zug.. zum Glück gibts ja Solitär und einen gefühlten 48h-Akku im Läppi!

Grüßli

Anonym hat gesagt…

Hallo Hanni,
herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag von Manu, Jana und Micha.
Viel Spaß noch und immer dran denken: gegen Kälte hilft auch Wodka :-)

Anonym hat gesagt…

Tach auch Ihr beiden,
freut mich, dass Ihr es nach Moskau geschafft habt, beim Schneetreiben und dem restlichen Mist am Mittwoch hatte ich schon Sorgen.

wie hat man eigentlich früher im Steinzeitalter ohne Starbucks in der Fremde überlebt?

alles liebe zum Geburtstag und lasst die Korken knallen im Zug ;)

Frannie und Janis

Anonym hat gesagt…

Wahrscheinlich ist es nach Moskauer Zeit schon zu spät, aber trotzdem: Herzlichen Glückwunsch und gute Weiterreise!
Till

Anonym hat gesagt…

Hallo meine Lieben, das verspricht wirklich interessant zu werden, bei so einem Start !!
An Joki auf diesem Weg nochmals ein Riesen-Happy-Birthday.
Vielen Dank übrigens für den heutigen schönen Abend im Mehringhoftheater.Bis damnächst M.

Anonym hat gesagt…

...wir denken leider häufig 2-mal an Geburtstage, einmal zu früh und einmal zu spät. Happy Birthday Johanna! Bei der Gelegenheit auch unsere besten Wünschen zum int. Frauentag.
Wir freuen uns bei Eurer Reise auf diesem Wege dabei sein zu dürfen und sind sehr gespannt.
Früher haben die Deschurnajas für 3 Kopeken leckeren Tee serviert, die Konjacken zum Verfeinern müsste man aber selbst dabei haben....
Bon Voyage A.K.T.

Anonym hat gesagt…

Hallo Hanni,
hier kommen verspätete, jedoch ebenso herzliche Geburtstagsgrüße von Traudi und Detti
Leider ist uns das "Absetzen eines Kommentares" am 07.03. noch nicht gelungen (Unkenntnis!)
Wir wünschen Euch beiden gutes Gelingen und viele schöne und aufregende Erlebnisse für die kommende Zeit...
Wir freuen uns schon auf die nächsten Bilder und Berichte.
Grüße von Detti und Traudi

Anonym hat gesagt…

Johanna! Alles Liebe - verspätet aber von Herzen - zum Geburtstag. Liebe Grüße aus Hagen. Anna