Samstag, 30. August 2008

Von Coral Bay nach Broome – I’m dreaming of a white christmas

Am Samstagmorgen lassen wir uns von den Sonnenstrahlen wecken, die durch die violett getönten Fenster unseres Autos scheinen. Danach gibt’s Kaffee und Frühstück und während Johanna Abwaschen geht, checke ich noch schnell Öl- und Flüssigkeitsstände des Motors… wie jeden morgen. Dabei entdecke ich, dass unser Klimaanlagenkompressor nur noch an einer Schraube lose unter dem Motor hängt. Er funktioniert zwar sowieso nicht mehr, aber verlieren möchte ich ihn bei voller Fahrt auch wieder nicht. Außerdem rutscht der Antriebsriemen und quietscht mit einem fiesen Geräusch. Also gehen wir fix noch in den lokalen „Supermarkt“ und besorgen Schrauben, damit ich ihn einigermaßen fixieren kann. Eine Werkstatt gibt’s in Coral Bay nicht. Danach habe ich zwar schwarze Hände, aber es funktioniert… hoffentlich bis Exmouth, das unsere nächste Station und 150 km entfernt ist. Die Fahrt verläuft problemlos. In Exmouth checken wir ein und fahren erst einmal ins Stadtzentrum, dass etwa so groß wie die Markthalle in Berlin. Den Rest des Tages verbringen wir mit Camperdasein und Nichtstun.

Für den Sonntag wollen wir es noch einmal mit dem Schnorcheln probieren. Nachdem wir in Coral Bay sogar einen Manta gesehen hatten, wähnen wir uns schon als alte Hasen im Schnorchelsport. Leider muss man von Exmouth rund 70 km um die Halbinsel fahren, um zum Schnorchelparadies „Turquoise Bay“ zu kommen. Dies liegt im Cape Range National Park, der, wie die meisten Nationalparks, nett anzuschauen ist. Angekommen am Strand starten wir gleich den ersten Schnorchelgang, dann brauchen wir uns vorher nicht mit Sonnenschutz behandeln, so unser Plan. Natürlich scheint die Sonne nur am Strand und nicht überm Wasser, wo man als Schnorchler unbesorgt seinen Rücken ins Licht halten kann. Deswegen ist es mir auch unbegreiflich, wieso ich nach einer Stunde das Gefühl von glühender und spannender Haut auf meinem Rücken verspüre… komisch. Diesmal erleben wir beim Schnorcheln keinen Manta, aber die Korallen-, Fisch- und Farbenvielfalt scheint hier noch größer zu sein als in Coral Bay. Auf dem Rückweg fahren wir noch zum Ausblick am Leuchtturm und entdecken unsere ersten Wale in der Ferne… imposant.

Am Montag gibt’s dann Wale aus der Nähe… nachmittags um vier besteigen wir zusammen mit ca. 50 anderen Schaulustigen eine Yacht und begeben uns auf Sunset-Cruise im Golf von Exmouth. Es ist gerade Walsaison und junge Buckelwale tummeln sich hier wie Goldfische im Gartenteich. Kaum verlassen wir die Mole, da wird auch schon das erste Paar Wale gesichtet und angesteuert. Bis zum Sonnenuntergang beobachten wir einige Wale, die sich neugierig dem Boot nähern, mit den Flossen klatschen und in die Luft springen, um sich lästiger Parasiten zu entledigen.

Von Exmouth aus geht es am Dienstag nach Point Samson. Unterwegs nichts Außergewöhnliches für australische Verhältnisse: Ein Emu kreuzt unseren Weg, im Roadhouse wird „I’m dreaming of a white Christmas“ bei 30° im Schatten gespielt und aus wortwörtlich heiterem Himmel entwickelt sich ein kleiner Tornado neben unserem Highway.

Unterwegs stoppen wir noch kurz in Karratha, einer der größeren Siedlungen auf der Landkarte. Sie entpuppt sich als Einkaufszentrum mit Einfamilienhäusern rund herum. Am Abend checken wir auf einem kleinen Campingplatz in Point Samson ein.

Der Campingplatz ist bei Tageslicht nicht wirklich einladend und so machen wir uns am Mittwochmorgen schnell aus dem Staub zu unserem nächsten Wegpunkt mit dem verheißungsvollen Namen „Eighty Mile Beach“ (zu deutsch: 80 Meilen Strand). Zum Tanken machen wir vorher kurz in Port Hedland halt, einem großen Erz- und Salzhafen, der aber außer billigem Benzin nicht viel für uns Touristen zu bieten hat. Wieder auf dem Highway legen wir noch einmal 245 km zurück, bis ein Schild mit der Aufschrift „Eighty Mile Beach Caravan Park“ uns zum Abbiegen zwingt. Die nun folgende ungeteerte und holprige Straße lässt unser Auto fast auseinanderfallen… wir kommen kaum schneller als im Schritttempo voran. Viele schicke, neue 4WD mit Caravan-Anhängern ziehen an uns vorbei, als würden sie auf einem Highway fahren. Für die 10 km zum Campingplatz benötigen wir fast eine Stunde. Der klasse Campingplatz direkt hinter den Dünen und ein Sonnenuntergang am Strand entschädigen uns jedoch dafür.

Am Donnerstag gibt’s nicht Spannendes: Johanna sammelt Muscheln am Strand, während ich lese und ein kühles Ginger-Bier genieße.

Gestern, am Freitag, legen wir die 350 km vom Eighty Mile Beach nach Broome zurück. Natürlich müssen wir erst einmal die holprige Straße zurück zum Highway. Aufgrund unseres Schneckentempos entdecken wir vor uns sogar eine kleine Eidechse, die einen Tausendfüssler jagt. Auf dem Highway verläuft dann alles problemlos. In Broome kommen wir um drei an. Um unseren verlorengegangenen Deckel für die Kühlwasserausgleichsflasche zu ersetzen, fahren wir einige Autoverwerter an, bis wir endlich fündig werden. Danach checken wir im Roebuck Bay Caravan Park ein und beziehen einen Platz mit direktem Blick aufs Meer/Watt… traumhaft. Hier in Broome werden wir zwei Tage entspannen, bevor wir uns auf den Weg nach Kununurra machen. Mehr dazu im nächsten Blog-Beitrag.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo, Ihr Abenteurer,
von wegen "....Klimaanlagenkompressor nur noch an einer Schraube lose..." - bitte auch mal die Radmuttern nachziehen und was sonst noch so abfallen könnte!
Weiter gute Reise wünschen
Irmchen und Dieter.

Thälmann hat gesagt…

Was für tolle exotische Bilder!
Neid, Neid........
Ich hätte gern eine Muschel von der Sammlerin.

Genießt die Urlaubszeit und liebe Grüße auch an Emu's, Wale, Echsen usw.

claudschn hat gesagt…

Oh, wie toll die Bilder sind!!! Postkartenmotive noch und nöcher.... Ich bin gnaz begeistert und will auch ne Muschel haben... :) oder doch lieber roten Sand vom Strassenrand? :) auf jeden Fall mehr von diesen tollen Bildern...